Wer zurzeit durch Berlin gurkt und etwas aufmerksam auf die Spielankündigungsplakate schaut, hat vielleicht auch dieses hier entdeckt:

Nun ist es bekanntlich ja so, dass unsere Fußballhelden, seit dem 4:2-Sieg vor fast fünf Wochen gegen den FC St. Pauli, kaum Erfolgsmeldungen zu verzeichnen hatten. Zu dürftig waren die Auswärtsauftritte im Frankfurter Stadtteil Bornheim und in Paderborn, zu pomadig das Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden.
Hoffen wir darauf, dass es morgen, auf der schwäb’schen Alb, in Aalen und dann am kommenden Freitag gegen den Jahn aus Regensburg, eben doch kein Gegurke wird! Auch wenn wir weder mit dem Ringen um Platz drei, noch mit dem Abstiegskampf etwas zu tun haben, so einige weitere Punkte, garniert mit Kampfgeist und spielerischen Akzenten, stünden uns schon gut zu Gesicht.
Damit es am Ende auch eine Punktlandung wird, so zwischen Platz fünf und sieben.
Eisern!
2. Fußballbundesliga, Saison 2012/13, 21. Spieltag, Olympiastadion Berlin, 11. Februar 2013. Montagabend 20:15 Uhr; ausverkaufte Schüssel, über 74.000 Fußballzuschauer wollten das Spiel live erleben. Trotz Original-Übertragung auch im Free-TV, bei diesem Werbesender mit Sport-Einblendungen. Trotz Minusgraden und eisiger Kälte auf den Traversen.
Zugegeben, ich habe ganz schön gepumpt, als es heute früh, erstmals nach vielen Monaten, wieder einmal auf die 
“Spieler kommen und gehen. Wir auf den Rängen aber, bleiben!” Diese uralte Weisheit kam mir in den Sinn, als ich von dem (doch zumindest für mich) überraschenden Adieu unseres Akteurs an den Schaltstellen des Union-Spiels, Markus Karl, hörte. Einer, der sich nicht nur durch eine Mischung aus rustikalem Draufhalten und Aufbau eigener Spielzüge in fast 50 Zweitligapartien im Union-Dress einen Namen machte, sondern auch durch kluge und selbstbewusste Aussagen und gelebter Nähe zu den Eisernen Fans auszeichnete. Der sich Stadionaktien kaufte. Jemand, der auch sagte, in seiner Laufbahn gern in der ersten Bundesliga auflaufen zu wollen, wenn möglich mit unserem Emblem auf dem Hemd. Der jetzt seine Chance sucht und mit dem FC aus Kaiserslautern aufsteigen will. 
Und ich bin nicht allein, auf der verschneiten Neuenhagener Trainierbahn. Langsames Laufen ist angesagt, möglichst durch die Nase atmen, schon nach drei Kilometern ist die Kälte vergessen. Nach einer Stunde ragen kleine Eiszapfen aus der Nase. Eispopelwetter eben. Winter von der schönen Seite.

