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Hönow und die Schildkröte

Wappen von HönowSchildkröten in Hönow, wie geht das denn?
Bekanntlich ist die Schildkröte das Wappentier von Hönow. Wie kommt so etwas? Eine Schildkröte ist ja nun gerade nicht das verbreitetste aller heimischen Tierchen und passt eigentlich auch gar nicht so recht in diese Gegend.

Eine alte Sage gibt Auskunft.

    Der Blocksberg und die Schildkröte zu Hönow.

    Etwa zwei Meilen von Berlin kommt man auf der Straße nach Alt-Landsberg an das Dorf Hönow, das sich an einem kleinen See hin erstreckt, dessen Ufer von der Dorfseite aus zwar nicht sehr hoch, aber doch ziemlich steil sind. Dicht bei der Kirche, die nur wenige Schritte vom See entfernt liegt, befindet sich ein kleiner steil abschüssiger Hügel, der fast kreisrund ist, hart am See. Er hat, wie man das deutlich sehen kann, offenbar mit der angrenzenden Anhöhe, auf welcher die Kirche liegt, zusammen gehangen, ist aber jetzt durch einen tiefen Graben von ihr getrennt und auch ein ganz Theil höher als dieselbe. Dieser Hügel führt den Namen des Blocksbergs, den er davon tragen soll, daß sich zu verschiedenen Zeiten allerhand Spuk dort blicken lassen, von dem man jedoch jetzt nichts mehr weiß.
    In der Kirche zu Hönow befindet sich auch eine Schildkrötenschale, die so groß ist, daß grade ein Viert Hafer hineingeht. Sie soll, wie erzählt wird, zum ewigen Andenken, daß einst so große Schildkröten in dem See waren, aufgehängt sein. Der Prediger des Orts wollte nämlich vor langen Jahren einmal des Sonntags eben nach der Kirche gehn, als er dicht bei derselben eine Schildkröte erblickt, die ebenfalls eben zur Thür hineingehn will, da ergriff er schnell einen Knüppel, der ihm grade zur Hand war, und erschlug das Ungeheuer im selben Augenblick. Seitdem hängt sie nun in der Kirche über dem Chor. Ob’s da her kommt, oder eine andre Ursach habe, daß man oft des Nachts Licht in der Kirche brennen sieht, weiß man nicht, aber daß es schon oft genug stattgefunden, ist bestimmt.
    (Quelle: Kuhn, Adalbert, Märkische Sagen und Märchen nebst einem Anhange von Gebräuchen und Aberglauben. Berlin, 1843. Nr. 199, S. 344)

Die Schildkröte zeichnet sich vor allem aus durch Beharrlichkeit, Ausdauer und Klugheit. Sie läßt sich nicht aus der Ruhe bringen, ist friedfertig und verkriecht sich bei drohender Gefahr, oder wenn sie Ruhe haben will, in ihren Panzer.

schildi.JPG

Das Wappentier, die Schildkröte, ist in Hönow oft zu sehen. In einigen Gärten krabbelt sie herum. Selbst die Gullydeckel sind mit dem Wappentier verziert.

Eine rührige Gruppe von Freizeitläufern aus Hönow verewigt sich unter dem Namen „Hönower Schildkröten“ in den Ergebnislisten bedeutender aber auch kleinerer Laufveranstaltungen.

Und wer aufmerksam durch Hönow spazieren geht, sieht in einigen Autos eine kleine Schildkröte winken …

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12 Kommentare

  1. Lieber Autor,

    nach dem Lesen Ihres Artikels habe ich mich persönlich in Hönow auf die Spurensuche nach der Schildkröte begeben. Doch ohne Efolg. Deshalb meine Frage: wo findet man diese Schildkröten-”Insignien”?

    - In welchem Verwaltungsbüro oder Archiv hängt die Hönow-Flagge mit dem Schildkröten-Wappen bzw. wo wird das Wappen (auch ältere Fassungen) aufbewahrt?

    - Was ist aus dem Schildkrötenpanzer in der Dorfkirche geworden? Gibt es von diesem zumindest noch alte Fotos?

    - Auf welchem Hönower Weg, auf welcher Straße lassen sich die von Ihnen erwähnten Gullydeckel mit Schildkröten-Motiv noch finden?

    Über einen entspechenden Schildkröten-”Fährten-Hinweis” würde ich mich deshalb sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Volkmar Schmid

  2. Guten Tag Herr Schmid,

    vielen Dank für Ihre Wortmeldung!

    Es ist immer wieder erstaunlich – und ich freue mich auch sehr darüber – , wer alles zu welcher Thematik auf meinem Blog „landet“.
    Den Beitrag zum Hönower Wappentier schrieb ich ja doch schon vor geraumer Zeit.

    Nun kurz zu ihren Fragen:
    Hönow ist seit einigen Jahren keine selbständige Gemeinde mehr, sondern gehört nun mit zu Hoppegarten. Deshalb werden Sie das Hönower Wappen in der Öffentlichkeit auch kaum mehr finden. Jedoch auch die Gemeinde Hoppegarten trägt eine Schildkröte in ihrem Wappen, siehe auch http://www.gemeinde-hoppegarten.de/

    Die „Schildkröten-Gullydeckel“ finden Sie vorrangig in Hönows neuem Siedlungsgebiet.
    Zum Archiv, den alten Fotos und weiterführenden Informationen empfehle ich Ihnen die Website der evangelischen Kirche Hönow: http://www.ev-kg-hoenow.homepage.t-online.de/geschichte.htm

  3. Ein Tip für Herrn Schmid …

    Auf meiner bevorzugten Laufstrecke (immerhin gigantische 200 m lang) bilden 4 dieser wundervollen “Schildkrötengullydeckel” exakt meine Zeitnahme- und Rauchpausenpunkte.

    Da es mir als neuer Leser dieses sehr lesenswerten und heimatbezogenen Blogs leider nicht möglich ist, eine Luftbildaufnahme einzustellen, helfen vielleicht die ungefähren geografischen Eckdaten von Google weiter …

    1. 52 32 17.11 N 13 39 32.27 O
    2. 52 32 15.52 N 13 39 30.64 O
    3. 52 32 14.35 N 13 39 29.66 O
    4. 52 32 13.58 N 13 39 29.19 O

    Oder anders:
    Man beginne den Lauf am nordöstlichsten Punkt der Siedlungserweiterung: Neuenhagener Chaussee/Bamberger Str. – Parkplätze sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite (am Feldrande) reichlichst vorhanden.

    Nun läuft man auf der linken unbefestigten Gehwegseite in die Bamberger Straße hinein. Den Blick aufmerksam auf den Boden geheftet, erblickt man sehr bald einige dieser sehenswerten Gullydeckel-Prachtexemplare, die alle liebevoll mit dem Hönower Wappen versehen wurden und – ausnahmslos die Ehrfurcht einjagende Jahreszahl 1996 tragend – stolz von selbständigen Zeiten künden.

    Da abzuwarten bleibt, ob im Rahmen der Eingemeindung (siehe vollzogene Straßennamen- und Ortsumbenennungen) eventuell auch diese Gullydeckel ausgewechselt werden, empfiehlt es sich für den historisch interessierten Gullydeckelwanderer, geplante Ausflüge und Besichtigungen in näherer Zukunft durchzuführen.

    Vielleicht läßt sich anhand der Liegeorte aller anderen Schildkröten-Gullydeckel auch eine Laufstrecke für Profis zusammenstellen?! Dies nur als Vorschlag am Rande.

    Mit besten Grüßen
    Andy

  4. @Andy: Da müssten wir uns ja bestimmt schon einmal an irgendeinem der “Schildkröten-Gullydeckel” begegnet sein. Ich bin der, der nicht raucht!.
    Vielen Dank für Ihr freundiches Feedback.
    Ich werde bestimmt auch weiterhin mit ortsbezogenen Themen aufwarten können.

  5. Pingback: Nachtleben in Hönow - Der Hönower

  6. Lieber Hönower,
    Hallo Andy & Norbert,

    … Huch, hier hat sich ja etwas getan!
    Sorry für meine verspätete Antwort.

    Irrtum 1:
    Ich dachte ja, dass ich Euer Feedback auf meine Anfrage per eMail erhalte. Deshalb hatte ich auch nicht noch mal in diesen Blog geschaut. (… ich bekenne mich schuldig!…) Deshalb erst jetzt vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten.

    Irrtum 2:
    Da lag ich wohl mit meiner intensiven Gullydeckelsuche im alten Hönower Dorfkern völlig daneben. Mittlerweile kenne ich dort jede Abwasserrinne und jeden “turtle-free”-Gullydeckel. Doch jetzt habe ich ja Eure Koordinaten. Ich werde somit mein GPS neu programmieren und mich dann mal ins neue Siedlungsgebiet in Marsch setzen. Wenn ich dort dank Eurer Beschreibung die Schildkröten-Gullydeckel gefunden habe, werde ich kurz Bescheid geben. Und vielleicht begegne ich dabei ja auch dem qualmenden 200-Meter-Turtle-Man-Extrem-Jogger Andy. Dazu werde ich einfach nach Rauchzeichen Ausschau halten ;-)

    PS:
    Sollte bei Euch irgendwann einmal ein Gully-Deckel fehlen oder Ihr in einen solchen nichtabgedeckten Schacht stürzen, nicht dass Ihr behauptet, ich sei es gewesen. Das waren dann mit Sicherheit irgendwelche nächtlichen “Schrottdiebe”. Gullydeckelklau soll sich ja bei denen als lukrative Einnahmequelle herumgesprochen haben, bei den aktuellen Schrottpreisen…

    LG
    Volkmar

  7. … tja, dann war ich mal weg.
    … Bin soeben von meiner Erkundungstour zurück. Oh, das müssen ja einige Hundert Schildkröten-Gullydeckel sein. Aber nicht im Bereich der Neuenhagener Chaussee / Bamberger Str. und auch nicht Münchener / Augsburger Str., sondern vielmehr das Gebiet um Brandenburgische Str./ Stienitzstr./Thälmannstr.. Die Schildkröten-Gullys sehen doch viel besser aus als die namenlosen Betondeckel von Buderus (obwohl die Hönower Wappengullys auch von Buderus sind). Waren wohl eine Sonderbestellung zur Neuererschließung des Wohngebietes.

    Volkmar

  8. @Volkmar Schmid:
    Na bitte! Glückwunsch!! Manches dauert halt länger. :) Aber Sie sehen, es lohnt, immer mal wieder hier vorbeizuschauen.
    Ich melde mich noch persönlich per Mail bei Ihnen.

    Viele Grüße
    Norbert

  9. Hallo an Alle,
    gibt es die Schildkrötengullys noch oder sind sie inzwischen weg?
    Was genau ist denn darauf zu sehen? Hat denn jemand mal ein Foto davon gemacht?
    Danke für Eure Antwort Elke

    • Na klar, die Gullydeckel gibt es selbstverständlich noch. Und jetzt, wo auch der Schnee weg ist, sind sie sogar wieder zu sehen. ;-)
      Ich stelle demnächst einmal Fotos hier hinein.

      • Super,danke! Könntest Du mir vielleicht vorher kurz mitteilen, was genau zu sehen ist. Evtl. hätte ich nämlich die Möglichkeit sie zeitnah zu fotografieren.
        LG Elke

  10. vielen dank für die informationen, die mir gute anregungen geben für mein neues program SCHILDKRÖTEN MÄRCHEN AUS ALLER WELT.
    Mein Bericht über die fahrt nach hönow kann in meinem blog http://www.mmax1.wordpress.com nachgelesen werden.
    lieber norbert, kann ich etwas für euch tun und wer könnte in deiner umgebung an den schildköten interessiert .