Der Hönower

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Im Flieger über Hönow

fliegen.jpgWer so wie ich, desöfteren heimwärts TXL anfliegt, kann immer mal wieder von oben auch auf Hönow blicken. Hönow liegt im erweiterten Radius der Einflugschneise nach Tegel. Es ist ein schöner Anblick auf die Siedlung und auf die Umgebung. Und selbst im Dunkeln kann ich mittlerweile die beleuchteten Straßenzüge ganz gut zuordnen. Denn da man sich mitten im Landeanflug auf Berlin-Tegel befindet, beträgt die Flughöhe nur noch wenige hundert Meter.
Zu Hause hört und sieht man die Flieger auch schon von weitem. Und abends kommen sie beleuchtet eingetrudelt, mitunter auch gehörig laut, wenn der Umkehrschub eingelegt wird.
Nicht, dass es problematisch ist, mit dem Fluglärm. Nein, da gibt es ganz andere Ecken in Berlin. Die unmittelbaren Anwohner von TXL so ab Pankow und im Wedding und auch die Neuköllner und Tempelhofer in der Nähe von THF können ein Liedchen davon singen, was es heißt, mit den Belästigungen zu leben. Deshalb freuen sie sich auch ganz besonders auf die bevorstehende Schließung von Tempelhof und die avisierte drastische Reduzierung des Flugverkehrs in Tegel, wenn der BBI in Schönefeld (SXF) denn endlich mal fertig wird.
Auch in der Umgebung von Schönefeld gab es in der Vergangenheit Bürgerproteste, die aber letztendlich abgewiesen wurden. Leider hatten die Regionalpolitik-Fürsten es in der Vergangenheit versäumt, die Planungen für geeignete Standorte voranzutreiben, so dass nun wohl tatsächlich BBI der große Renner wird. Und seit einiger Zeit wird gebaut und gebuddelt, was das Zeug hält. Abgesehen von den Kleinigkeiten am Rande (Probleme mit Ausschreibungen, Zeitplänen und Kosten) wird das Ding wohl auch irgendwann fertig.

Nun aber haben sich die Protagonisten mal wieder in einer wichtig-popichtigen Sache zu Wort gemeldet: Ein Name muss her! Der Berliner Ober-Spaßonkel (nöö, sein Wadenbeißer wars wohl), der zuletzt auch dem (Es war nicht alles schlecht)-Diepgen den Verdienstorden umgehangen hat, brachte den Namen Willy Brandt ins Spiel. Darauf konterte der Neu-Berliner Möchtegern-Regierende Pflüger, der zurzeit auch die polemische Attacke zur weiteren Öffnung von Tempelhof reitet, mit Vorschlägen wie Albert Einstein, Marlene Dietrich oder gar Graf von Stauffenberg. In ersten Glossen werden mittlerweile auch Helmut Kohl und Herbert von Karajan gehandelt.

Ist es wirklich angebracht, das Geschehen um die Bau-Brache in Schönefeld, die vielleicht erst in etlichen Jahren eine moderne und funktionierende Lösung bietet, jetzt schon mit solchen (parteitaktischen und von den wahren Problemen ablenkenden) Scharmützeln zu begleiten?
Ich habe auch einen Vorschlag.
Um der Provinzposse Genüge zu tun und auch um die Gemeinsamkeit von Brandenburg und Berlin zu unterstreichen (denn die Berliner Polit-Größen streiten hier um den Namen eines Verkehrsknotens, der im Lande Brandenburg liegt), sollte es vielleicht eine Brandenburger Persönlichkeit sein, die in Berlin wirkte und die Sache nicht ganz so nüchtern betrachtete:
Ich bin für „Harald-Juhnke-Airport“!

Foto: Pixelio

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Ein Kommentar

  1. Ich hab auch noch was passendes gefunden:

    Reinhard Mey: “Sei wachsam”

    Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,
    Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,
    ‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,
    Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.
    Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,
    Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt …