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Affenschande

Schimpansenduo - all rights reserved by C.SamelSchlechte Verlierer sitzen da in den Seelower Amtsstuben des Landkreises Märkisch Oderland! Gerade erst hatte das zuständige Verwaltungsgericht entschieden, dass die bekannte Tierdresseurin Christiane Samel ihre Schimpansen vorerst weiter auf ihrem Grundstück belassen darf und diese nicht umsiedeln muss (Beschluss vom 12.02.08 AZ 1 L 363/08) und schon holt die Behörde zum nächsten Schlag aus.
Wobei dies etwas geschönt ausgedrückt ist.
In der Fußballersprache würde man sagen: “Nachtreten ohne Ball”!
Da lässt doch der Pressespecher des Landkreises MOL, ein Herr Scheffler, so ganz lapidar in einem Nebensatz fallen:
“Es wird eindringlich davon abgeraten, Frau Samel für Auftritte mit ihren Affen zu buchen.” (vgl.: Pressemitteilung 04/2008 des Landrates des Landkreises Märkisch-Oderland vom 14.02.2008
Thema: Presseerklärung des Landkreises Märkisch-Oderland zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt (Oder) im verwaltungsgerichtlichen Verfahren wegen Tierschutzrecht)

Geht da noch was?
Wo leben wir denn?
Soll die berühmte Artistenfamilie nun mit solch fadenscheinigen Mitteln drangsaliert werden? Ein Aufruf zum Boykott wegen einer nicht genehmen Gerichtsentscheidung???

Lieber Herr Pressesprecher, oder wer immer konkret namentlich dafür die Verantwortung trägt:
Für solch ein grobes Foul kann es nur die rote Karte geben. Und eine längerfristige Sperre!

Affenbaby - all rights reserved by C.SamelInzwischen gibt es auch vom Verein zur Pflege und zum Schutz von Schimpansen „Pro Dryopithecus“ e.V. eine offizielle Mitteilung, die ich hier gern veröffentliche:

    Pressemitteilung vom 15. Februar 2008

    Der juristische Streit um die angeblich nicht artgerechte Haltung von Schimpansen im Hönower Grundstück Samel geht weiter und wird von den Medien mit Interesse verfolgt. Eine Pressemitteilung folgt der anderen und auch wir, der „Verein zur Pflege und zum Schutz von Schimpansen“ sind wieder genötigt, eine solche herauszugeben, um für Klarheit zu sorgen. Dabei haben wir eigentlich mit den Tieren schon genug Arbeit.

    Mit der Gründung unseres Vereines im Jahre 2002 ist die Schimpansenhaltung in Hönow längst aus dem Status „privat“ herausgetreten, auch wenn sich aus Kompetenzgründen vorrangig die Samels um Unterkunft, Versorgung und Beschäftigung der Tiere kümmern.

    Unsere Gegner strapazieren immer wieder den Begriff der „nicht artgerechten Haltung“, ohne zu begreifen, dass „artgerechte Haltung“ ein Paradoxon ist. Es kann immer nur um „weitestgehend artgerechte Haltung“ gehen. Und dafür stehen die Samels und unser Verein mit ihren Namen.

    Wir verstehen in unserer Situation unter artgerechter Haltung eine Form, die sich an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert und ihnen somit ermöglicht, typische Verhaltensweisen zu erlernen und beizubehalten. Platzangebot, Rückzugsmöglichkeiten, getrennte Bereiche für Fressen und Defäkieren, ein bestmöglich angepasstes Stallklima, ein ernährungsphysiologisch begründetes Futterangebot sowie ausreichend Bewegung und Beschäftigung – all das ist uns und unseren Tieren nicht fremd. Niemand bestreitet, dass sich unsere Schimpansen in einem hervorragenden Zustand befinden. Auch nicht das Veterinäramt Märkisch-Oderland.

    Unser Verein hat zur Zeit ca. 60 Mitglieder, die mit Herz und Seele im Rahmen ihrer finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten dabei sind, ihren Schützlingen ein wohlbehütetes zu Hause zu geben, ein zu Hause ohne Eintönigkeit und ohne Stress.

    Eine vorrangige Aufgabe des Vereins besteht in der Suche nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten, die qualitativ allerdings mindestens den Hönower Bedingungen entsprechen sollten. So wurde bereits eine Schimpansin an den Münchener Zoo abgegeben, wo sie sich augenscheinlich wohl fühlt. Es gibt in Europa zu wenig Angebote dieser Art. Ein vom Verein angeschobenes Projekt zur Errichtung eines Schimpansenparadieses als Begegnungsstätte von Mensch und Tier scheiterte bisher aus finanziellen Gründen.

    Ein Angebot aus Holland wurde vom Verein gründlich vor Ort geprüft. „Stichting AAP“ hat in der Tat freie Kapazitäten, entspricht jedoch nicht unseren Vorstellungen. Wir geben unsere Tiere nicht in eine Gemeinschaft von infizierten ehemaligen Laborschimpansen, die, von Menschen abgeschottet, in rattenbefallenen Ghettos untergebracht sind, welche die Pharmaindustrie finanziert hat. Das Veterinäramt in Seelow hätte allerdings nichts dagegen.

    Jetzt werden Angebote von Zoos aus China geprüft. Vertreter des Vereins reisen demnächst dort hin. Im Gespräch ist auch der Zoo in Grömitz, wo ein neues Primatenhaus mit einer großen Freianlage entsteht.

    Seit 1975 gibt es Schimpansen in Hönow. In mehr als 30 Jahren wuchs die Anzahl von 3 auf 13. Heute leben die Tiere in drei historisch gewachsenen sozial strukturierten Gruppen. Darüber hinaus ist jedes einzelne von ihnen stark verbunden mit den Samels, die in mehr als 40 Jahren von Tierpflegern zu international anerkannten Raubtierdomteuren reiften. Es hat nichts, aber auch gar nichts mit Tierschutz zu tun, wenn man diese Gemeinschaft gewaltsam trennen und aus ihrer gewohnten Umgebung reißen will, viel mehr mit Profilierungssucht, Selbstdarstellung und Selbstherrlichkeit.

    Der „Verein zur Pflege und zum Schutz von Schimpansen“ in Hönow wird weiter nach Lösungen suchen, die ausschließlich im Interesse der Tiere sind. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die zuständigen Behörden gemeinsam mit uns, und nicht gegen uns arbeiteten. Ein Buchungsboykott kommt einem Spendenverbot gleich. Und Angstmache vor dem „gefährlichen“ ausgewachsenen Schimpansen ist lächerlich. Wozu haben wir denn ein gesichertes Gehege gebaut?
    Wir bitten um Verständnis, dass wir auf Grund der noch schwebenden Verfahren zu weiteren Details keine Stellung nehmen.

    Wir bedanken uns bei allen, die unser Anliegen unterstützen.

Soweit die Mitteilung. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Die Schimpansen-Bilder stellte Frau Samel freundlicherweise zur Verfügung.

Siehe zu dem Thema auch den Beitrag “Affengeil” .

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8 Kommentare

  1. Durch die zweimalige Berichterstattung bei “Der Hoenower” habe ich nun fast alles gelesen, was im Internet zum Thema “Affen und Hönow” zu finden ist.

    Es gibt auch sehr sachliche Berichterstattung dazu, z.B. bei “Welt-Online” am gestrigen Tage. Mit der wohl nötigen Portion Augenzwinkern faßt der Autor dort die wichtigsten Fakten zusammen.

    http://www.welt.de/berlin/article1677753/Das_Dorf_der_13_Schimpansen.html

    “Das Dorf der 13 Schimpansen” reiht sich wunderbar ein zwischen Artikeln wie:

    “Schimpansen bezahlen mit Früchten beim Sex”;
    “Schimpansen denken wie Menschen” und
    “Schimpansen sind am Computer besser als Studenten” , alles dort nachzulesen.

    ***

    Wenn hier nicht versucht würde, Frau Samel´s Lebenswerk durch Verruf zu zerstören und gleichzeitig auch noch die jahrelange Arbeit eines 60 Mitglieder zählenden Vereines in Frage gestellt würde, könnte man das alles als weitere Provinzposse vor den Toren der Hauptstadt sehen, darüber lachen und zur Tagesordnung übergehen. Es gibt sicher wichtigere
    Probleme…

    Und:
    Ein Richter hat sich der Sache angenommen und entschieden. Von außen betrachtet mit einem Urteil, das für alle Beteiligten doch eine vernünftige Lösung beinhaltet.

    Nach so vielen Jahren, nach hunderten von Auftritten vor wehrlosen Kindern und Rentnern, sieht sich die Behörde per Pressemitteilung nun zu dieser abschreckenden Warnung gezwungen: “Es wird eindringlich davon abgeraten, Frau Samel für Auftritte mit ihren Affen zu buchen.” Dafür ist die rote Karte des “Hoenower” mehr als berechtigt!

    Der Sage nach gab es in Hönow vor hunderten von Jahren mal einen Riesen mit besonderen Fähigkeiten. Wäre doch auch mal ein Thema für diesen Blog hier!

    PS: Wenn mich der Verein als passives Mitglied aufnimmt, sind wir schon 61. Habe gerade den Antrag geschrieben. Mit besten Grüßen aus der Siedlungserweiterung.

  2. Habe nun das Thema auch ausführlich studiert, aber verstehen kann ich es nicht.
    Wie kann das Landratsamt plötzlich entscheiden das die Primaten nicht artgerecht gehalten werden? Wenn es so sein sollte, hätte der zuständige Veterinär dies bestimmt bei seinen Kontrollbesuchen festgestellt und bemängelt.
    Also kann es so gravierende Mängel nicht geben, oder hat dieser bei seinen eigentlich mindestens jährlichen Inspektionen geschlafen?
    Dies sieht mir sehr nach einem “Konkurrenzkampf” aus, habe gelesen das der Berliner TSV wohl auch einige Affen beherbergt, fürchtet man nun um die Spenden? Oder wie kann man nach jahrelanger Kenntnis der Gegebenheiten bekanntes erst jetzt bemerken und beanstanden??

    Jeder sollte sich selber ein Bild von der Unterbringung und Haltung machen, danach kann man selbst beurteilen ob diese wirklich so schlecht und gefährlich ist.

  3. Vielen Dank, Herr Rose! Ich denke auch, jeder hat die Möglichkeit sich völlig unvoreingenommen ein Bild von den Lebensbedingungen der Schimpansen zu machen. Und unter http://www.affenbaby.de/ kann man auch direkt Kontakt zu Frau Samel aufnehmen.

    Beste Grüße aus Hönow
    N.Haack

  4. Hallo Herr Rose, habe soeben erst Ihren Kommentar zur ” Affenschande von Hönow ” gelesen – ich lade Sie zu einem Besuch bei ” Babsy”! und Geschwistern ein !
    Setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung und wir machen einen Termin!

    MbG

    Chr. Samel, die Affenmutter aus Hönow

  5. Hallo, Herr Haack und Vereinsmitglied ” Andy ” – Nr. 61 – da Sie zu unserer Jahresversammlung am 27.04.verhindert waren, würde ich es eigentlich gern sehen, wenn wir einen gemeinsamen Besuchstermin bei der “Affenschande von Hönow ” finden, dann natürlich mit Herrn Rose zusammen!

    MbG

    Chr. Samel und die schlafenden Schimpansen

  6. Vielen Dank, liebe Frau Samel!
    Ich hatte Ihnen ja bereits persönlich mitgeteilt. dass ich mich in der kommenden Woche um Terminabstimmungen bemühen werde.

    Nun aber steht erst einmal der Rennsteiglauf im Vordergrund …

    Viele Grüße aus Hönow
    N. Haack

  7. Ich wollte nur kurz mitteilen, das der Proßess gegen den Tierschutzverein Berlin und Brandenburg wegen Verleumdung vom Gericht auf den 26.8.2008 gelegt wurde.

    Christiane Samel

  8. Hallo , liebe Vereinsmitglieder und Hönower,
    seit dem 15.8.09 befinde ich mich mit einer, seit Februar, verschleppten bakteriellen Infektion im Krankenhaus Rüdersdorf. Die Ärzte haben gezaubert und der rechte Fuß wurde in bis jetzt 8 Operationen gerettet. Jedoch sind die Wunden so groß, das die Wundheilung noch mindestend 4 bis 6 Wochen dauern wird.
    Aus diesem Grunde wurde unsere Webseite http://www.affenbaby.de vorerst geschlossen. Doch nunmehr habe ich extra für das Krankenhaus einen Laptop von meiner Familie geschenkt bekommen und kann langsam die Vereinsgeschäfte wieder aufnehmen sobald ich auch die nötigen Programme hier im Computer habe.

    Ein besonderes Dankeschön an dieser Stelle den Vereinsmitgliedern, welche selbstlos unsere Lieblinge unter der Anleitung von meinem Mann versorgen und behüten.

    Christiane Samel