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Hönow vom Streik betroffen

u-bahn.jpgSeit heute früh rollt (fast) nichts mehr bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).
U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse werden flächendeckend bestreikt.
Unbefristet, wie es heißt. Auch der U-Bahnhof Hönow, Endhaltestelle der Linie U5 (Alexanderplatz – Hönow) ist verwaist. Es soll zwar aller Stunde eine Bahn fahren, die BVG hat Streikbrecher organisiert, aber ob das funktioniert?
Da der S-Bahn-Verkehr planmäßig läuft, hält sich der zusätzliche Aufwand, pünktlich zur Arbeit zu kommen, in Grenzen. Man muss eben nur organisieren, irgendwie und irgendwo an einen S-Bahnhof zu gelangen.

Das wird voraussichtlich ab Montag anders sein. Wenn dann zusätzlich noch die Bahn mobil macht und den Nahverkehr zum Erliegen bringt, wird es wohl für viele Berliner und Brandenburger größere Probleme geben.
Ich hoffe, dass es dann wettermäßig einigermaßen stabil ist, denn dann schwinge ich mich aufs Rad. Von meiner Haustür bis zur Arbeitsstelle sind es knapp dreißig Kilometer, das ist kein Problem für mich und auch gleich ein zusätzliches Training.
Muss ich halt durchgeschwitzt “an die Drehbank”.

Was aber tun dann all die anderen, die körperlich nicht so gut drauf sind?
Auto? Ist nicht unbedingt die Alternative, denn wo soll man das Gefährt abstellen. Außerdem gibt’s jetzt schon genügend Staufallen.
Taxi? Sicherlich, solange man das finanziell verkraftet und falls man eines bekommt.
Was machen die vielen Schüler und Abiturienten, die jetzt in der Prüfungsphase stecken?
Wie kommen Kranke, Alte und Gebrechliche zu ihren Ärzten?

Ich habe absolut Verständnis für die Forderungen der Streikenden. Mit ihren Streikmaßnahmen wirken sie der abwärts laufenden Spirale von Gehaltskürzungen entgegen, richten sich gegen Arbeitszeitverlängerungen und unbezahlte Überstunden und widersetzen sich dem Trend des Reallohnabbaus.
Wenn ich auch die Profilierungsneurosen einiger Gewerkschaftsfunktionäre mit großem Unbehagen sehe, dieser Streik ist richtig und wichtig.

Und vielleicht wahrscheinlich zwingt erst großer Unmut der Betroffenen, die Arbeitgeberseite zum Einlenken. Dieses Signal ist gefragt.
Dann stehen auch bald wieder die Signale für Busse und Bahnen auf Grün.
Foto: Pixelio/K.Schumann

Update: Berliner Zeitung am 05.03.08

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