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Tour de France 2009 auch in Hönow gefragt

Seit gestern fahren sie wieder! Für sportbegeisterte Radler immer noch und immer wieder ein Erlebnis. Allen Dopingskandalen zum Trotz. Ich wette, auch in diesem Jahr wird es wieder einige frisch ertappte “Tour-Helden” geben. Zumal die Mehrzahl der Dopingsünder vergangener Jahre nach Abfeiern ihrer „Strafen“ wieder im Peleton dabei ist. Zeitlich ganz passend ist nun auch noch ein angebliches Dopingvergehen von Claudia- „Ich habe nicht gedopt“ -Pechstein in allen Medien präsent. Hoffen wir mal, dass nun nicht auch noch eine bisher einzigartige Eisschnelllauf-Karriere zerbröckelt.
Ja, die Frankreich-Rundfahrt, die Tour de France (gern auch als “Tour de Dope” deklariert) ist wieder im Gange.



Gestern begann alles mit dem Einzelzeitfahren in Monaco. In den kommenden drei Wochen geht es über dreieinhalbtausend Kilometer kreuz und quer durch Frankreich. Nach den Querelen der letzten Jahre ist nur noch ein einziges deutsches Team am Start. Einige Profis, die vorher bei Gerolsteiner oder Team Telekom fuhren, sind nun beim Team Milram untergeschlüpft. Dessen Hauptsponsor, die Nordmilch AG, hat aber auch schon dahingehend geäußert, sich vom Profiradsport zurückziehen zu wollen, sollte sich herausstellen, dass die Fahrer irgendetwas Unerlaubtes in ihrer Milchtasse haben.

Trotz aller Skandale und Hiobsbotschaften erfreut sich die größte Radsportveranstaltung der Welt immer noch enormer Beliebtheit. Hunderttausende säumen die Streckenabschnitte. Auch viele deutsche Radportfreunde legen ihren Jahresurlaub in die Zeit der Tour und fahren nach Frankreich. Und auch einige Hönower sind dieser Tage in Südfrankreich unterwegs. Gestern bekam ich die ersten Nachrichten übermittelt. Heute befinden sich die Vier an der Strecke auf dem Weg von Monaco nach Brignoles.

Auf ausführliche Berichterstattungen braucht auch in diesem Jahr niemand zu verzichten. ARD und ZDF senden wieder an jedem Tag, wenn auch nicht mehr so umfangreich, wie noch vor einigen Jahren. Die halbherzigen Versuche der Sender, sich aus dem Dopingsumpf zurückzuziehen, nimmt ohnehin niemand mehr ernst. Erstaunt bin ich aber immer wieder aufs Neue, dass anscheinend beide Sender mit „voller Kapelle“ vor Ort sind. Der TV-Gebührenzahler lässt grüßen! Auch wenn sich die Damen und Herren der Öffentlich-Rechtlichen im Laufe der Tour wieder einmal aus moralischen Gründen und Erwägungen von der Live-Berichterstattung verabschieden sollten, bleibt den Unentwegten immer noch die fast vollständige, nur von nervenden Werbeeinblendungen unterbrochene, Live-Übertragung auf Eurosport.
Daneben gibt es natürlich auch, wie in jedem Jahr, diverse Liveticker im Internet. Somit kann auch der online arbeitende Radsportfreund immer mal auf das aktuelle Geschehen blicken und schauen, ob die Armstrongs, Klödens und Co. noch ne Schippe draufgelegt haben.
Spätestens in drei Wochen wissen wir, welche “Rad-Apotheke” in diesem Jahr das große Rennen gewinnt.

Und für die Nicht-Radsportler: Tröstet euch, alle anderen Sportarten sind “sauber” ;) , zumindest überwiegend. Egal, ob Leichtathletik, Gewichtheben, Schwimmen Boxen, Rudern, Biathlon, Skilanglauf, Eishockey, Eisschnelllauf oder gar Fußball; Aufzählung nicht vollständig.

Und passend dazu folgende Glosse, die mir kürzlich zugetragen wurde:

Fragt der Trainer den Arzt: „Bringt Doping im Fußball eigentlich auch etwas?“ Darauf der Arzt: „Absolut nichts. Das Zeug muss in die Spieler!“

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Ein Kommentar

  1. Die sportliche Leistung jener Fahrer betreffend, die ohne diverser Zusatzmittelchen die Tour auf sich nehmen ist beachtlich, da gibts keinen Zweifel. Dieser Personenkreis ist warscheinlich eher im zweiten und letzten Drittel des Feldes zu suchen.

    Ich möchte nicht sagen, dass alle die vorne mitkämpfen entsprechend gepusht sind, doch die relativ hohe Anzahl an Dopingfällen in den letzten Rennen schürt nicht unbedingt Vertrauen in die Fairness. Es geht um Geld, um viel Geld und Prestige, da greift man schon mal nach der Spitze, dem Tütchen oder sonstigen “Nahrungsergänzungsmitteln”.

    Die Glaubwürdigkeit dieser Sportart hat schwer Schaden genommen. Und auch dieses Mal bin ich überzeugt, wird es wieder Dopingfälle geben… wenn man sie nicht totschweigt. Die großen Verlierer dieser Disziplin sind wie gesagt diejenigen, die des ehrlichen Leistungswillen wegen mitfahren.

    Tour de Dope ist bei mir inzwischen nur noch ein Teil des Fernsehprogramms geworden, dem ich nicht mein größtes Interesse widme. Dir aber trotzdem viel Spaß dabei und danke, dass Du Dich zu mir verirrt hattest ;-) .