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Wer die Wahl hat

Noch etwas mehr als zwei Wochen werden wir die mitunter unerträglichen Fernsehdiskussionen, die Wahlspots und die gräßlichen Werbeplakate ertragen müssen. Dann wird endlich das Wahlvolk an die Urne (oder doch wieder an den Wahlcomputer?) gerufen Hier im Brandenburgischen geht es am 27. September sogar doppelt ans Ankreuzen. Neben den Wahlen zum Deutschen Bundestag wird auch die Zusammensetzung des Landtages in Potsdam neu bestimmt.
Gebuhlt wird mächtig, um jede Stimme. Da der Wahlkampf viel Geld kostet, sind natürlich die etablierten Parteien im Vorteil, die sich dann zudem noch den Aufwand via Wahlkampfkostenerstattung vom Steuerzahler zurück holen.
Kleinere, interessante Gruppierungen tauchen kaum auf, in der großen bunten Vorwahl-Glitzerwelt und werden somit vom Wähler auch kaum zur Kenntnis genommen. Nur wer sich tatsächlich selbst informieren will und recherchiert, insbesondere auch über das Web, hat bessere Informationen.
Viele Stammwähler werden sicherlich wieder “ihre Partei” und “ihren Kandidaten” wählen. Egal, was die in den vergangenen Jahren versprochen, eingehalten oder auch verbockt haben.
Und mindestens genauso viele werden wohl sehr kurzfristig entscheiden, wo sie ihre Kreuze setzen. Bedenklich finde ich, dass die absolute Wahlbeteiligung seit Jahren abnimmt.
Daher mein Appell an all die noch Unentschlossenen oder auch der Wahlen Überdrüssigen:
Geht wählen, aber seid wachsam!

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3 Kommentare

  1. Gerade das sinkende Wählerinteresse, gerne auch als Politikverdrossenheit tituliert, kann ich bei Bundestagswahlen nicht ausmachen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist das doch ganz ausgeglichen. Selbst eine so bedeutungsschwangere Wahl wie die 1990 hatte nur 0,1% mehr Wahlbeteiligung als die von 2005. Es gibt Sondereffekte wie die Willy-Wahl. Aber wenn sich konstant mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligen, kann man doch nicht von immer weniger sprechen. Für mich ist das ein Jammern am falschen Platz. Und über Leditimität sagt das nichts aus, denn die äußert sich im Wahlprozess und nicht an der Zahl der abgegebenen Stimmen.

  2. @Sebastian: Nur kurz die konkreten Zahlen: Wahlbeteiligung Bundestagswahlen: 1998 82,2%, 2002 79,1%; 2005 77,7%
    Landtagswahlen Brandenburg: 1994: 56,3; 1999 54,3; 2004 56,4.
    Auch mit der einen leichten Steigerung sehe ich eine klare Tendenz.

    Ansonsten: Nein – kein Jammern. Sondern ein Auffordern. Geht wählen und schaut euch die Gesellen VORHER genau an.

    Musste erst mal nachschlagen , hmm Leditimität ;)

    Danke für Deinen Link, habe den mal gleich sichtbar gemacht.

  3. Was mich an der Wahl auch nervt ist die sehr umschwärmte und nicht geringe Zahl der unentschlossenen. Das erinnert mich irgendwie an die Hoffnung auf den Lotto-Jackpot – von der beide Seiten träumen.

    Auf was wird denn gewartet ? Auf das größte, bunteste Wahlversprechen. Auf irgendetwas, was man noch abgreifen kann. Oder auf irgendeinen Fehltritt damit man weiß, welche Partei zumindestens nicht gewählt wird ?

    Mit einer wirklichen Wahlentscheidung, wem man für die nächsten Jahre seine Stimme gibt, hat das eigentlich nur wenig zu tun. Ich kaufe mir doch auch kein Auto wo ich nur den Spiegel gesehen habe – ob mir der Rest auch gefallen wird ist nicht durch eine Momentaufnahme auszumachen.

    Aber so wird unser Land regiert – Auf Politikerseite für jede Gruppe möglichst viele Wahlversprechen ausloben um die Stimmen einzusammeln
    und auf Wählerseite das wählen was hoffentlich am meisten Vorteile bringt.