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Schwerin: Fünf Seen und Hitze

26. Fünf-Seen-Lauf am 03.Juli 2010 in Schwerin

Nach Jahren packte mich wieder einmal der Gedanke, dem traditionellen Schweriner Fünf-Seen-Lauf meine Aufwartung zu machen, der 2010 in seine 26. Auflage ging.

Wie gewohnt, startet man in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern am ersten Samstag im Juli in der Nähe des Schlosses, am Schweriner See, um dann über viele Umwege, an fünf Seen und zwei weiteren Wasserläufen vorbei, ins Ziel, in den Lankower Bergen, zu gelangen.

Hier trifft sich dann anschließend die Läuferschar, zum geselligen Ausklang im Festzelt oder auch in kleineren Grüppchen zum Hydrieren, Grillen, Fachsimpeln und Feiern. Viele reisen bereits am Freitag an, bauen ihre Zelte im Zielgebiet auf und bereiten sich mit allerlei Zeitvertreib auf den Wettkampf am nächsten Tag vor.
Günstig ist es, den Fünf-Seen-Lauf mit einem sonntäglichen Ostseetrip zu verbinden (bis ins Ostseeheilbad Boltenhagen fährt man mit dem Auto nur noch ein knappes Stündchen), wenn das Wetter stimmt.

Meistens stimmt es. ;)
Ich habe in Schwerin schon mehrere Läufe mit Temperaturen jenseits der 25°C bzw. bis zu 30°C absolviert.
Da ist bei den angebotenen Strecken über 10, 15 und 30km dann immer Vorsicht geboten. Bestzeiten sollte man bei solchen Wetterbedingungen nicht unbedingt ins Auge fassen. Eher diesen Lauf mit den herrlichen Ausblicken genießen. Jedesmal findet man neue interessante Perspektiven.

Der Startbereich war in diesem Jahr wieder einmal etwas verlegt worden. Los ging es am BUGA-Gelände, schon in der prallen Sonne. Da die Starts für die einzelnen Strecken erst ab 10 Uhr vollzogen wurden, war das ganze Areal auch schon ganz schön aufgeheizt. Da die Temperaturen an diesem Samstag noch auf bis über 36°C steigen sollten, warnten die Veranstalter immer wieder vor übertriebenem Ehrgeiz und legten allen Läufern nahe, doch unbeding alle Wasserstellen anzulaufen und zu nutzen. Manche Läufer hatten zudem vorgesorgt und sich mit Batterien voller Trinkgefäße, Gels und anderer Utensilien ausgestattet, die sie nun noch zusätzlich durch die Gegend schleppen mussten. Mit dem Zeug hätte man gut und gerne ein Dorf in Afrika eine Woche lang ernähren können. ;)

Wasserstellen gab es übrigens genug. Viele Anwohner hatten zudem Wasserbottiche an die Strecke gestellt und ihre Sprenkler freundlicherweise auf die Strecke regnen lassen.

In diesem Jahr erfreute mich besonders ein großes Schild mit der Aufschrift „Glühwein im Angebot“, was ein Spaßvogel im Strandbad Zippendorf aufstellte (ca.km5), welches am Vormittag bereits gut besucht war.

War das eine Hitze! Nach gut 20 km waren die ersten sehr zügig gestarteten Läufer mit ihrer Kraft und Moral am Ende. Etliche gaben auf, viele quälten sich weiter.

Laut aktueller Pressemeldungen sollen jedoch mehr als 40 Notarzt-Einsätze zu verzeichnen sein. Allerdings wohl mehr auf den kürzeren Strecken.

Ich kenne die Strecke um die fünf Seen in Schwerin zur Genüge, weiß auch dass es eigentlich erst ab dem km25 so richtig hart zur Sache geht. Wenn die kurzen und giftigen Anstiege zu meistern sind, wenn die Sonne so richtig draufknallt und es kaum ein Entweichen in den Schatten gibt. Und wenn der Pickel in den Lankower Bergen grüßt. Den bin ich diesmal übrigens gegangen. Es reichte auch so.

Mit einer Zeit von 2:57:17 über 30,4km war ich im Ziel. So langsam war ich hier noch nie, das konnte ich auch schon über eine halbe Stunde besser. So gut in der Gesamtplatzierung (274.) aber auch noch nicht. Von ca. 800 gemeldeten Teilnehmern auf der 30km-Strecke sind nur insgesamt 554 in der Ergebnisliste registriert.

Alle, die ich sprach, hatten ein solches Hitzerennen noch nicht erlebt. Aber, es geht! Ordentlich vorbereitet und mit gesunder Einstellung lassen sich auch solche Rennen meistern.

Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen „Bierchen danach“ in der Runde der Friedrichsfelder Lauffreunde, dem grandiosen 4:0 unserer Elf gegen die Gauchos und dem abendlichen Läuferfest im Zielgebiet.

Und am Sonntag konnte man dann in der 21° warmen Ostsee so richtig schön relaxen …

Update 6. Juli:
Weitere Berichte zum Schweriner Fünf-Seen-Lauf:
- Ramonarun
- Sprintefix
- Dosenfischer
- Achim Achilles
- Jana Kiesendahl

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2 Kommentare

  1. Glückwunsch zum Ankommen und zur gesunden, sympathischen Einstellung!

  2. Es war schön Dich mal wieder getroffen zu haben!
    LG, Ramona