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Eiserne Episoden

“Andere Vereine haben Fans. Wir Fans haben einen Verein!”
Diese Köpenicker Weisheit hat sich in den letzten Tagen wieder mal auf eindrucksvolle Art und Weise bestätigt. Beispiele gefällig: Bitteschön!

Als am 5. Februar, dem Tag des Stadtderbysieges im Olympiastadion, Bengalos den Eisernen Erfolg über die Tante Hertha begleiteten, war uns allen klar, dass unser Verein mit Folgen zu rechnen hat. Das Abbrennen von pyrotechnischen Erzeugnissen ist den Fußballstadien Deutschlands bekanntlich untersagt und der DFB geht in solchen Fällen mitunter nicht gerade zimperlich mit Sanktionen gegen die beteiligten Vereine vor. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Geldstrafe (in Höhe von 5.000 Euro) ins Forsthaus flatterte. Bei der permanent klammen Vereinskasse ist auch eine solche Summe schon eine Hausnummer. In derl letzten Woche war es dann soweit.
Bereits vorher hatten sich die Fans in einschlägigen Foren darauf verständigt. Diese Strafe tragen wir ganz allein.
Und dann ging alles sehr schnell. Über die Fanseite “Gemeinsam Eisern” wurde zu Spenden aufgerufen, einige Fangruppierungen sammelten zusätzlich Bargeld ein und wer wollte konnte am vergangenen Samstag auch seinen Pfandbecher an gesonderten Stellen abgeben, der Erlös wird ebenfalls als Spende verbucht. Ich bin mir sicher, dass die Aktion morgen, zum Heimspiel gegen Arminina Bielefeld, erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Und dann sollte es in dieser Woche noch ein denkwürdiges Ereignis geben.
Als am Donnerstagnachmittag über die offizielle Vereinshomepage die Meldung “1. FC Union Berlin testet gegen RB Leipzig” verbreitet wurde, kam es innerhalb weniger Stunden zu massiven Einsprüchen seitens der Fansl Da hieß es in gemäßigtem Ton noch ungefähr “Was habt ihr euch denn dabei gedacht. Ausgerechnet gegen Red Bull Leipzig, dem künstlichsten Gebilde der deutschen Fußballwelt, dem Spielzeug des Multimilliardärs Mateschitz. Das ginge aber gar nicht.”
Zyniker schlugen vor, doch gleich ein Viererturnier, mit weiterer Beteiligung des lila-Tennisvereins und der weinroten Gestalten. durchzuführen. Auf Facebook erhielt die Veranstaltung “Wir gehen NICHT zu Red Bull – keine Bühne für Red Bull an der Alten Försterei” innerhalb kürzester Zeit großen Zulauf.
Schon 24 Stunden nach Ankündigung des Testspiels zog unser Verein die Reißleine und sagte das Match ab. Gut so!
Unser Präsident brachte es auf den Punkt:

Nicht alles, was aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint, passt zu Union. Das Präsidium steht in der Gesamtverantwortung für den Verein und muss mehr berücksichtigen, als die Bedürfnisse einzelner Abteilungen. Es hat deshalb entschieden, dieses Spiel abzusagen.“ Dirk Zingler

Und Teammanager Christian Beeck erläuterte

„Die Entscheidung für dieses Testspiel ist nach rein sportlichen Motiven erfolgt. Es gibt natürlich auch andere Perspektiven dazu und es ist wichtig und richtig, diese ebenfalls zu berücksichtigen. Das nicht getan zu haben, war ein Fehler“

Erfreulich, solche Reaktionen. Erfreulich, dass unsere Basis klar Standpunkt bezieht und “Gut so”, dass diese Standpunkte ernst genommen werden.
Es ist schön, Unioner zu sein!

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2 Kommentare

  1. Haste schon gesehen: Spendenstand ist über 10000 Euretten.
    http://www.gemeinsam-eisern.de/spenderliste-strafe-stadtderby

    Bestens!

  2. Kommst Du auch mit, heute? Testspiel der RB-Verweigerer. Wird bestimmt jut! 18:00 Alte Försterei