Der Hönower

immer auf dem Laufenden

Nun mach mal halblang!

Meine Rennsteiglauf-Nachlese 2011
Leider etwas verspätet.
Vieles ist bereits geschrieben und gesagt.
Nun noch mein Bericht,
diesmal aus einer etwas anderen Perspektive.

39. GutsMuths-Rennsteiglauf, 21. Mai 2011
Ja, ich habe mein Debüt gegeben. Auf der Halbmarathonstrecke des Rennsteigs.
Der „Laufstrecke für Senioren oder der vom Jobstress geplagten Akteure“, wie im Vorfeld mehrfach zu hören oder lesen war. Ich, der bis dato diese Strecke immer als „unter des gestandenen Rennsteigläufers Würde“ angesehen hatte.

Eigentlich wollte ich wieder in Eisenach am Start stehen, mich früh um sechs auf den Weg ins 72 km entfernte Ziel nach Schmiedefeld aufmachen. Trainiert hatte ich gut, bis ungefähr Ende März. Danach meldete sich die rechte Achillessehne und meinte, sie will nicht mit nach Thüringen. Mein sportbegeisterter Arzt riet mir dann auch ziemlich eindringlich von meinem Vorhaben ab. Wochenlange Behandlung und Laufruhe folgten. Dann aber doch auch medizinisch grünes Licht, jedoch mit der Aufforderung, höchstens den Halben und schön vorsichtig beim Laufen bergan. . Die Ummeldung klappte problemlos, statt meiner schönen Startnummer 68 hatte ich nun eine fünfstellige.
Also Oberhof, früh halb acht. Gemeinsam mit Uwe und Dagmar aus Hönow (die ihren allerersten Rennsteiglauf absolvierte) und einer geplanten Laufzeit knapp unter 2:15:00. Das sollte auch für mich aus dem Kalten heraus und mit vorsichtigem Laufen realistisch sein.
In Oberhof tummeln sich vor dem Start so um die 6000 Starter. Großes Gedränge ist angesagt. Selbst Blockstarts und die ersten beiden Kilometer auf der Straße Richtung Rondell und zur Schmücke entzerren das Feld nicht. Was sich da so alles in die ersten Startblocks eingereiht hat, die eigentlich den Eliteläufern und den ambitionierten Wettkampfläufern vorbehalten sind, ist schon grandios. Manch einer schnauft schon auf den ersten leichten Steigungen und geht langsam. Andere schleppen neben jeder Menge Wasserflaschen oder Trinkrucksäcken auch elektronisches Equipment, Navigationsgeräte und allerlei Zeugs mit, als wenn sie sich auf eine vierwöchige Himalaya-Expedition begeben wollen.
Als es dann endlich auf dem Rennsteig, leicht ansteigend Richtung Großem Beerberg, geht, sind vor mir immer wieder Leute, die zu dritt nebeneinander keuchend, kaum Platz zum Überholen lassen. Die Krönung dann eine nicht mehr ganz so junge Dame, die, nachdem ich überholt und mich wieder eingereiht hatte, plötzlich dicht zu mir auflief, fast in meine Hacken sprang und brüllte: immer diese Kerle, die keine Rücksicht nehmen.“ Ich hatte mich einigermaßen im Griff und fragte sie deshalb nur, ob sie denn schlecht geschlafen hätte.
Erst nach dem Verpflegungspunkt, am Gasthaus Schmücke, wurde es ruhiger. Nun konnte man immer bergab, gut und zügig laufen, ich sah das vertraute 65km-Schild der Ultrastrecke, später auch die schon so oft übersehene 70km-Markierung. Allerdings müssen die Läufer des Halbmarathons doch einen klitzekleinen Umweg über die „Kalte Herberge“ und einen zusätzlichen längeren Anstieg nehmen, um von der 65 zur 70 zu gelangen. Der Rest war dann „Fertigmachen zum Zieleinlauf“. Gemeinsam mit den beiden anderen Hönowern erreichte ich den Sportplatz in Schmiedefeld, die Uhr zeigte 2:10:40. Alles Bestens! Glückwunsch, liebe Dagmar, das war eine feine Leistung!
Was nun tun mit der vielen freien Zeit? Sonst bin ich ja immer bis zum Nachmittag unterwegs. Mal schauen, was die anderen so treiben. Anfeuern auf den letzten Metern, einige Schnappschüsse einfangen. Es gab ja vorab klare Ansagen; die beiden „ Hönower Schildkröten“ wollten so nach 4h15Min den Marathon finishen und die 17km-Walking-Strecke sollte unter 3h bewältigt werden.

Unsere Walkerin, Christine, habe ich gerade noch so auf der Strecke erwischt. Sie kam nach 2:33.02 ins Ziel, als 145. von über 700 Startern. Spitze!!!

kurz vor dem Ziel der 17km-Walking-Strecke

Danach schüttete es wie aus Kübeln. Ich wartete unten, vor dem finalen Anstieg, auf unsere Marathonhelden Willi und Rainer, die dann platschnass, mit fast einer halben Stunde Verspätung um die Ecke bogen und nach 4h und 44 Minuten im Ziel waren. Da war wohl angesichts der Wetterkapriolen die vorgenommene Zeit einfach “den Bach runter gegangen”.
Vorab hatte ich aber die große Freude, zwei gute Bekannte aus Berlin-Friedrichsfelde zu sehen. Katrin war spitzenmäßig unterwegs und blieb in diesem Jahr unter der begehrten Ritterschlags-Marke von 4 Stunden, das war der zweite Platz in der Altersklassenwertung. Und Udo, der alte unverwüstliche Kämpe, schaffte es in seiner Altersklasse mit knapp über 4h auch wieder aufs Treppchen! Herzliche Glückwunsche, euch beiden!!!

Auf der obligatorischen Siegerparty in Schmiedefeld gab es dann das Wiedersehen mit vielen vertrauten und glücklichen Gesichtern. Schön, mal wieder mit euch zu feiern und zu quatschen!
Mir bleibt die Vorfreude auf das nächste Jahr, und der Wille den Jubiläumslauf, den 40. Rennsteiglauf, wieder auf der Königsstrecke zu bewältigen. Am 12. Mai 2012 gehts wieder los!

Tags:

Verwandte Artikel

Ein Kommentar

  1. Endlich isser da, Dein Bericht vom Rennsteig 2011. Schön, dass die Achillessehne gehalten hat, schade, dass wir uns im Festzelt nicht getroffen haben. Ach ja, schönes Foto vom Zielbereich, ich habe das leider nicht so wahrgenommen.