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Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

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Heute, vor 134 Jahren, am 2. Juli 1877, wurde der Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse geboren.
Neben seinen bekanntesten Werken “Steppenwolf”, “Unterm Rad” und “Das Glasperlenspiel” ist mir auch eines seiner Gedichte, das nachfolgende “Stufen” in besonderer Erinnerung.

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Nicht ganz so ernst zu nehmen ist übrigens die bereits vor vielen Jahren vom Blödelbarden Otto Waalkes ausgesprochene Bücher-Empfehlung:

Jetzt kaufst Du Hermann Hesse, sonst gibts was auf die Fresse

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