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Nachdenklicher Auftakt

Zweite Bundesliga Saison 2011/2012
1. Spieltag
FSV Frankfurt – 1. FC Union Berlin 1:1

Volksbank-Stadion Frankfurt-Bornheim

FSV Frankfurt vs. 1. FC Union Berlin

Da stand er nun in der Fankurve und ließ sich feiern. Nicht bei den FSV-Anhängern, sondern bei uns, im Gästeblock. Erschien zum Abklatschen, gab Autogramme. Feierlich war jedoch bei weitem nicht allen zumute, denn einigen waren die Sorgenfalten auf der Stirn deutlich anzumerken. Und die eher ruhigen und nachdenklichen unter den Unionern wollten vor allem Abstand gewinnen.
Es war eingetreten, was aus vielen Mündern vor dem Spiel prophezeit wurde. Karim Fußballgott Benyamina trifft im ersten Saisonspiel gegen seinen alten Verein. Ein schöner Treffer, sauber herausgespielt gegen unsere biedere und zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr gedanklich und konditionell bei der Sache zu scheinenden Abwehr.
Erstaunlich, welch Defizite bei Laufduellen und im Zweikampfverhalten da sichtbar wurden. Dazu Stellungsfehler von erfahrenen Fußballprofis. Insbesondere Neuzugang Marc Pfertzel zeigte alle dieser Eigenschaften. Und auch unser Stuffi braucht noch Zeit, um wieder zu alter Stärke zurück zu finden.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Gegen erstaunlich zurückhaltend spielende Frankfurter dominierte Union in der ersten Spielhälfte deutlich. Zwingende Torchancen gab es allerdings nur wenige, die dann auch noch verballert wurden. Unserem quirligen Nachwuchstalent Christopher Quring möchte ich dies aber ausdrücklich nachsehen.
Bei gelegentlichen gut herausgespielten Kontern zeigten auch die Hausherren ihre Gefährlichkeit.
Unsere 1:0 Führung entsprang dann einem Elfmeterpfiff, nachdem Silvio im gegnerischen Strafraum erfolgreich agierte. Den Strafstoß selbst wollte er dann ganz lässig einschieben, was beinahe noch schief gegangen wäre.

Ab der 46. Spielminute sah man dann ein etwas anderes Spiel. Der FSV erhöhte den Druck und die Geschwindigkeit, biss sich mehr und mehr in unserer Hälfte fest. Etwas verdutzt stellten auch unsere Helden fest, dass ihre Entlastungsangriffe kaum Wirkung zeigten. Allerdings auch kein Wunder, denn ein strategisches Mittelfeld fand praktisch nicht mehr statt und ab der 60. Minute stellte die Union-Elf das Fußballspielen fast gänzlich ein. Mehrfach brannte es lichterloh in unserem Strafraum. Dann, in der 80. Minute, schlug Karim zu. Volley, völlig frei im Strafraum stehend. Und weitere Angriffswellen rollten auf unser Tor.
In der Nachspielzeit noch dieser Pfiff. Strafstoß. Die Fernsehaufzeichnungen zeigten dann ganz klar: Fehlentscheidung. Wahrscheinlich wusste das auch der Frankfurter Gueye und drosch den Ball weit über das Tor. Ansonsten hätte es wieder die obligatorische Niederlage am Bornheimer Hang gegeben.
So aber blieb es beim 1:1-Unentschieden. Den gewonnenen Punkt nehmen wir sehr gern mit nach Köpenick. Sozusagen als Ansporn, weiter an den aufgezeigten Schwächen zu arbeiten.
Erstaunlich fand ich die sehr geringe Zuschauerzahl. Nur 4.157 Zuschauer fanden den Weg ins kleine aber schöne und frisch renovierte Volksbank-Stadion am Bornheimer Hang. Mindestens ein Viertel davon war extra aus Berlin angereist, um den Saisonauftakt unserer Helden zu unterstützen.

Fazit:
Es wird die erwartet harte Saison für uns. Testspiele sind nun endgültig abgehakt. Die anderen Zweitligateams haben sich auch vorbereitet, aufgerüstet und geben keinen Grashalm kampflos her.

Ausblick:
Am kommenden Samstag kommt die spielstarke Mannschaft von der SpVgg Greuther Fürth, mit einer unnötigen Niederlage gegen Eintracht Frankfurt gestartet, nun mit Wut im Bauch, in die Alte Försterei. Gegen dieses Team werden wir nur bei vollster Konzentration und bei Ausschöpfung all unserer kämpferischen Tugenden bestehen können.

Nachtrag: Den Robert habe ich leider nicht mehr getroffen.

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11 Kommentare

  1. Fazit: wie erwartet , Beitrag : sehr ausgewogen Gefühl : Danke 22er für den Weckschuß

    • War wohl auch angebracht, etwas auf die Euphoriebremse zu treten. Auch in dieser Saison hüpfen die 40 Punkte nicht von allein auf unsere Haben-Seite. Es gibt noch viel zu tun, auf mannigfaltigen Baustellen, um am Ende tatsächlich mindestens auf dem neunten Platz anzukommen. Und mal ehrlich. mir würde auch der 10. noch reichen. ;-)

  2. Das Positive zuerst: Wieder das Auftaktspiel in der Saison nicht verloren. Erstmals bei den kleinen Frankfurtern nen Punkt geholt.
    Negativ: kein richtiges Reagieren auf die verschärften Bemühungen der FSV’ler und beim Wechseln hat U.Neuhaus daneben gegriffen.; Höttecke strahlte keine Souveränität im Strafraum aus.
    Mund abwischen und am Samstag besser machen. Eisern!

  3. Ich liebe diese Ironie:
    Karim F u ß b a l l g o t t Benyamina trifft im ersten Saisonspiel gegen seinen alten Verein.
    In 90% seiner Spiele habe ich einen Karim C h a n c e n t o d Benyamina gesehen. Hätte er solche Tore häufiger geschossen, hätte er sicher seine 22 behalten dürfen.

    • Hallo, noch ein Martin. :-) Ganz sooo schlimm war es aber doch nicht. Im Kern stimme ich Dir zu: Bei konstant guten Leistungen in der vergangenen Saison hätte Karim am Freitag auf das andere Tor geschossen.
      So what. Lebbe geht weidä … ;-)

  4. schade, dass sich keine möglichkeit zum treffen ergab. vielleicht beim rückspiel. sollte ich zeit finden im tiefsten winter nach köpenick zu reisen, drohe ich das rechtzeitig vorher an! :)

  5. Schöner Artikel von dir und, wenn ich das noch richtig im Kopf habe, kam das bei 90elf genauso rüber. Das mit der zweiten Halbzeit ist aber bei uns nichts neues und sollte irgendwann mal abgeschaltet werden.

    PS: Ich habe dir den Tagesspiegel auf den Hals gehetzt, hoffe du bist mir nicht böse ;-)