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Eisern angefressen

Pokal-Atmosphäre! Hier geht es um etwas! Man hat 90 Minuten, manchmal auch 120 Minuten, um als Sieger den Platz zu verlassen. Das Ergebnis ist der Scharfrichter! Ein Versagen kann man nicht in den nächsten Spielen revidieren.
Gerade in der ersten Runde des DFB-Pokals, wenn sich die Profi-Mannschaften der 1. und 2. Fußballbundesliga mit den, zumeist als Sieger der einzelnen Landespokalwettbewerbe qualifizierten, sogenannten Kleinen der Fußballszene auseinandersetzen müssen.
Es geht ums Prestige, für etliche unterklassige Vereine um die eigene Darstellung in der Öffentlichkeit. Es geht um Geld. Um viel Geld für die meisten der teilnehmenden Mannschaften. Für einige ist es bereits bei Saisonbeginn der absolute sportliche Höhepunkt des Jahres.
Traditionell lassen immer einige der Profiteams Federn, mitunter, weil sie solche Spiele mit Arroganz und Überheblichkeit absolvieren, vom unermüdlichen Kampfgeist der Underdogs überrascht sind. Spiele vor heimischer Kulisse versetzen dann manchmal auch Berge.
Unsere Helden zeigten uns all dies auf eindrucksvolle Art und Weise letztmalig im August 2010, als man im Leipziger Rote-Brause-Zentralstadion gegen den Regionallisten aus Halle sang- und klanglos ausschied.
In diesem Jahr nun also wieder ein Regionalligist. Rot-Weiß Essen, der Traditionsverein aus dem Pott, nach Insolvenz und allerlei Querelen vor kurzem neu aufgestellt und ausgerichtet, gerade eben frisch in die Regionalliga Nord-West aufgestiegen.
Klar, dass man diesen Gegner bezwingen muss. Egal, wie lange dieser seinen Kampfgeist in die Waagschale wirft. Als Zweitligist, ebenfalls mit kämpferischen Qualitäten versehen, mit dem Vorteil des seit Wochen laufenden regelmäßigen Spielbetriebs und des zweifellos besser besetzten Kaders sollte das auch machbar sein.
Klar, dass man die nächste Pokalrunde (und wenn möglich noch weitere) erreichen sollte, denn unserer klammen Kasse tut jede weitere Einnahme gut.
Klar auch, dass sich 2000 Eiserne Fans von dem saublöden Spieltermin, Freitagabend halb neun, und 600km Entfernung nicht abschrecken lassen und ihr Team bedingungslos unterstützten.
Ein Ausscheiden, hier, auf der Baustelle des Georg-Melches-Stadions in Essen – nur die allerwenigsten hatten so etwas in Kalkül gezogen.
Die bittere Realität:

Über weite Strecken war es pomadiger, einfallsloser Angsthasenfußball unserer Helden. Knapp 20 Minuten „Alles- oder Nichts“ mit der Aufholjagd zum 2:2 können darüber nicht hinweg täuschen.
Nichts neues: Kapitale Schnitzer in der Innenverteidigung und (so langsam nervt dieses Thema) vom Torhüter.
Auch wieder: Mangelhafte Chancenverwertung, selbst in aussichtsreichsten Positionen.
Erstaunlicherweise offenbarten einige unserer Spieler bereits nach 60 Minuten konditionelle Schwächen.
Hinzu kam taktisches und konditionelles Unvermögen, einem scheinbar vor dem K.O. stehenden Gegner, in der Verlängerung den Rest zu geben. Nicht zu übersehen war die noch mangelnde Integration der Neuzugänge in das Mannschaftsgefüge.
Wieder einmal stand ein indisponierter Mannschaftskapitän auf dem Rasen, der dieser Mannschaft an diesem Abend überhaupt kein Gesicht zu geben vermochte. In dieser Form müsste er imho von Anfang an auf der Bank Platz nehmen.
Die Krönung und eigentlich auch logische Folge, ein Elfmeterschießen, bei dem unsere Schützen schon zaghaft und mit bangem Blick Richtung Strafstoßpunkt gingen.

Respekt vor der kämpferischen Leistung von Patrick Zoundi, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten, immer besser in Szene setzte, den Anschlusstreffer erzielte, jedem Ball hinterher jagde und selbst angeschlagen noch kämpfte bis zum wortwörtlichen Umfallen.

Fazit: Verdient ausgeschieden und brutal die eigenen Schwächen aufgezeigt bekommen! Hoffentlich ein Schreckschuss noch zur rechten Zeit.

Glückwunsch dem Team von Rot-Weiß Essen! Anerkennung auch dem fußballbegeisterten Publikum, dort an der Hafenstraße, die ihr Team lautstark und unablässig unterstützten. Hat man auch nicht überall.

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4 Kommentare

  1. Bin auch noch angefressen wegen dieser unterirdischen Leistung in Essen. Am Freitag vor dem Spiel müssen wir sie alle wachrütteln. Statt “Fußballgott” muss es dann laut KÄMPFEN von den Rängen schallen!
    Bleib Eisern!

  2. Der Schiri war auch unterirdisch. Einige hundertprozentige abgepfiffen, klares und reguläres Tor nicht anerkannt, die Schauspielereinlagen der Essener nicht unterbunden, viel zu kurze Nachspielzeit. (soll aber keine Ausrede für die Grotte sein)

  3. Egal ob Schiri, Wetter oder andere Unannehmlichkeiten. Die Antwort kommt am Freitag von der Mannschaft! Gegen Paderborn muss ein Sieg her.
    Eisern!

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