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Eiserner Aufstiegsfrühling – eine Weihnachtsgeschichte

Mittwoch, 11. April 2012; Hamburg, Millerntor: In einer umkämpften Partie mit vielen Nickligkeiten trifft Torsten Mattuschka in der Nachspielzeit aus 23 Metern zum entscheidenden 0:1-Siegtor. Vorher wurden den Hamburgern zwei klare Elfmeter aberkannt und Silvio knallte seinen Strafstoß in der 80. Minute an die Latte.
In der Tabelle ist Union auf Rang 5 geklettert, nicht weit entfernt vom dritten Tabellenplatz. Plötzlich ist sie da, die Chance auf die Relegationsspiele.


Sonntag, 15. April 2012; Berlin-Köpenick, Stadion An der Alten Försterei:
Eintracht Braunschweig, einer unserer liebsten Punktelieferanten, ist zu Gast. Bedankt sich mit einem sehenswerten Eigentor für die Gastfreundschaft. Das Spiel wird, Dank einer von Kohlmann direkt verwandelten Ecke, mit 2:0 gewonnen. Auf den Rängen hört man seit langem einmal wieder „Siehst Du Hertha, so wird das gemacht“. Die Spandauer hatten tags zuvor ihr Auswärtsspiel in Leverkusen vergeigt und taumeln weiter in Richtung Relegation.

Montag, 23. April 2012; Esprit-Arena Düsseldorf: Viertausend Unioner, die anlässlich des traditionellen Exilertreffens größtenteils schon das gesamte Wochenende in der Umgebung verbringen, fiebern in dieser für beide Mannschaften so wichtigen Partie mit ihren Helden. Bei einem Heimsieg ist Düsseldorf so gut wie durch und kann für die Bundesliga planen, bei einem Union-Sieg wären unsere Helden bis auf einen Punkt an die Fortuna herangerückt, die dann auf dem Relegationsplatz weiter zittern müsste. Der Düsseldorfer Spieler Rösler wird in der 70. Minute infolge wiederholter hervorragender schauspielerischer Flugeinlagen im Berliner Strafraum zum Duschen geschickt. Der Gästeblock applaudiert lautstark: „Das war super, das war elegant“! Union schießt das einzige Tor des Tages kurz vor Ultimo aus stark abseitsverdächtiger Position. Düsseldorfs Trainer Meier attackiert den Schiedsrichter mit Kopfstößen.

Kaiserslautern rettet sich mit einem 2:1-Sieg im Berliner Olympiastadion aus der unmittelbaren Abstiegsgefahr und liegt nun einen Punkt vor Hertha auf Platz 15.

Sonntag, 29. April 2012; Berlin-Köpenick, Stadion An der Alten Försterei: Die bereits abgestiegenen Rostocker verkaufen sich sehr gut, führen bis zur 70. Minute mit 1:0. Dann jedoch setzt Uwe Neuhaus alles auf eine Karte, wechselt drei frische Offensivspieler ein: Union gewinnt 3:1.

Grenzenloser Jubel, als kurz nach dem Schlusspfiff bekannt wird, dass Düsseldorf in Fürth nur unentschieden gespielt hat. Einen Spieltag vor Schluss stehen Eintracht Frankfurt und der FC St. Pauli als Aufsteiger fest. Union ist Dritter, einen Punkt vor Düsseldorf, zwei vor Fürth.

Hertha ging am Tage zuvor auf Schalke mit 0:3 baden und festigt somit den Relegationsplatz. In der Alten Försterei singt man zur Abwechslung „Und zu Hertha geh’n wa doch“.

Sonntag, 06. Mai 2012; Stadion der Freundschaft in Cottbus: Da die im unteren Mittelfeld herumdümpelnden Lausitzer kaum noch Heimpublikum anziehen, werden für dieses Spiel insgesamt 10.000 Gästekarten bereitgestellt, ein Segen für den Cottbusser Kassenwart. Nach zähem Spiel und einem Herzkasper-2:1-Sieg in letzter Minute ist klar: Egal, wie die anderen gespielt haben; wir sind Dritter und treten nun in zwei Relegationsspielen gegen Hertha BSC an.


Donnerstag, 10. Mai 2012; Olympiastadion Berlin:
Ausverkauftes Haus und ein 2:1-Sieg der Rot-Weißen durch Tore von Hubnik, Mosquera und Mattuschka. Herthinho flüchtet vor aufgebrachten Ostkurvlern in die Stadionkatakomben. Christian A., Matti und Lopez schaffen es, ein Stückchen der blauen Tartanbahn als Trophäe für die Eiserne Botschaft herauszureißen. In Köpenick wird in dieser Nacht noch lange gefeiert. In der Abseitsfalle wird RixFass für immer von der Getränkekarte gestrichen.

Freitag, 11. Mai 2012, Medienzentrum in der Alten Försterei:
Uwe Neuhaus ist mit Christoph Menz auf der Pressekonferenz erschienen. Der Trainer warnt vor zu großer Euphorie.

Samstag, 12. Mai 2012: Hertha-Manager Michael Preetz beschwert sich offiziell beim DFB und beim Regierenden Bürgermeister über die unhaltbaren Zustände im Spielercontainer der Köpenicker. Er fordert den zusätzlichen Einbau von Wellnessbecken im Sanitärtrakt, anderenfalls müsse das Rückspiel im Olympiastadion ausgetragen werden. Die Boulevard-Presse springt auf diese Schlammschlacht mit großen Fotoserien auf. Dirk Z. lässt kurzfristig zwei blau-weiße Baumarkt-Swimmingpools aufstellen (die rot-weißen waren bereits ausverkauft) und muss sich anschließend vor dem Aufsichtsrat der Stadion-Betriebs-AG dafür verantworten.

Sonntag, 13. Mai 2012; Stadion An der Alten Försterei: Der Beginn der Abrissarbeiten an der Sitzplatztribüne musste um einige Tage verschoben werden, denn heute, heute geht es um den Aufstieg in die erste Bundesliga! Nach 60 Minuten führen die Spandauer durch individuelle Abwehrfehler der Unioner mit 2:0. Pausenlos rollen nun die rot-weißen Angriffe auf das Hertha-Tor. Endlich, neue Hoffnung. Stuffinho verwandelt im Gedränge per Kopf einen Eckball. In der Verlängerung passiert kaum noch etwas mehr, beide Teams versuchen Sicherheit in ihre Aktionen zu bringen.
Elfmeterschießen. Die Mannschaften haben das in den letzten Tagen ausgiebig trainiert und treffen abwechselnd in schöner Regelmäßigkeit. Glinker und Kraft halten jeweils einen Strafstoß

Die neunten Schützen. Gerade hatte der Senats-Ramos seinen Ball versenkt, den Jan Glinker schon so gut wie pariert hatte.

Nun läuft Christoph Menz an …

Samstag, 17. Dezember 2011, 3:45 Uhr, Hönow. Schweißgebadet wache ich auf. Und verstehe: Alles halb so schlimm. Union hatte ja gestern Abend in Fürth mit 3:1 verloren…

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6 Kommentare

  1. sehr geil,so und ähnlich die letzten wochen geträumt!!!

  2. Ich hätte doch zu gern gewusst, ob der Menz(e) den Elfer nun versenkt. oder nicht.
    Und warum verliert Union am Freitag in der Trolli-Kampfbahn???

    Ansonsten eine feine Story, die man nun auch in der Presseschau der FC-Union-Homepage nachlesen kann ;-) http://www.fc-union-berlin.de/aktuell/presseschau/

    • Frag mich lieber nicht. Der Autor leidet immer noch, an dem in der Köpenicker Ärzteschaft hinreichend bekannten, aber sehr schwer therapierbaren, sogenannten “Bremer-Brücke-Syndrom” ;-)

  3. @Martin…. Was sagt dir das geflügelte Wort: „Menz ist Schuld.“?

    Norbert dieses Szenario würde mich 30 Jahre früher ins Grab bringen und ich würde meinen 40 „Ick-geh-zu-Union-Jahrestag“ nicht mehr erleben.

    Eisern

    • Jan, wer an jenem Tag an der Bremer Brücke war, den kann nüscht mehr erschüttern. Und außerdem: Wer will schon gegen Wolfsburg oder Hoffenheim antreten … ;-) 8)

  4. @Norbert ach na ja, eine Runde tanzen, Fernsehgelder mitnehmen und dann nüscht wie weg :)
    aber eigentlich haste Recht, muss nicht. Ne. wirklich nicht.