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Der Amtschimmel macht FAXen

Post vom geliebten Verein. Konkret von der Stadionbetriebs AG, deren (potentieller) Aktionär ich ja bin. Was ich dann lese, ist wieder einmal eine Kostbarkeit deutscher Amtsstuben.

Am 1. Dezember 2011 war es, als viele Unioner (so auch ich) freudig in die Geschäftsstelle meines 1. FC Union Berlin kamen, um ihre Aktien für die Stadionbetriebs-AG zu zeichnen. Das eingenommene Geld soll insbesondere zur Erhöhung der Eigenkapitalquote bei der Finanzierung der neuen Haupttribüne im Stadion An der Alten Försterei verwendet werden. Exakt 5.473 vinkulierte Namensaktien zum Stückpreis von 500 Euro wurden von uns Unionern gezeichnet.
Nun wartet alle Aktionäre seit Monaten auf ihre persönliche Aktie. Im April kam dann eine erste offizielle Information des Vorstands der Stadionbetriebs AG:

Mit der Aktienausgabe kann erst begonnen werden, wenn die Kapitalerhöhung der AG beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen wurde. Dort liegen alle dazu benötigten Unterlagen seit mehreren Wochen vollständig vor. “Es tut uns sehr leid, dass das so lange dauert, aber wir können den Prozess leider nicht beschleunigen. Der zuständige Richter entscheidet über den Zeitpunkt der Eintragung – wir können nur weiterhin um Geduld bitten“, so Dirk Thieme, Vorstandsvorsitzender der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG

Mittlerweile sind wieder acht Wochen verstrichen, Nun plötzlich fällt dem Amtsgericht in Charlottenburg ein, dass doch noch etwas fehlt. Auf einmal sollen alle diejenigen Zeichnungsscheine, die per Fax übermittelt wurden, dem zuständigen Amtsrichter mit Originalunterschrift vorgelegt werden, so geht es aus dem gestrigen Schreiben hervor. Ein Beamten-Foul der üblen Sorte, wenn man bedenkt, dass weit über tausend Unioner, darunter auch viele Exiler, also mit Wohnsitz irgendwo in der Diaspora, die die im von der Finanzaufsicht BaFin genehmigten Aktienprospekt ausdrücklich erwähnte Möglichkeit der Aktienzeichnung per Fax, dankbar angenommen hatten.
Nun sollen also alle diejenigen, ihren Original-Zeichnungsschein nachreichen. Ein Unding, mit großem zeitlichen Aufwand und viel Nerverei verbunden! Und die Eintragung der Kapitalerhöhung für die Stadionbetriebs AG verzögert sich auch weiter, mit allen damit verbundenen Ärgernissen. Müssen wir uns das gefallen lassen? Ist das etwa Schikane, da aus Charlottenburg? Trägt der Richter unter der Robe gar das Hemdchen eines Kontrahenten?
Vielleicht sollten wir diesem Amtsschimmel zeigen, dass wir Unioner in solchen Situationen pragmatisch handeln können. Vielleicht muss ja so ein Schimmel nur richtig gefüttert werden. Ich glaube, ich habe da eine Idee!

Foto: Claus Zewe / Pixelio.de

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7 Kommentare

  1. Wie sieht denn deine Idee aus! Bin schon sehr gespannt und sicherlich dabei.

    Gruß ein Exil Schmiedefelder und Eisern Union!

  2. Bin mir auch nicht sicher, was das jetzt soll. Aber wirklich ändern lassen wird sich die Entscheidung nicht, also bleibt zu hoffen, dass die Unterschriften möglichst schnell zur Verfügung stehen.

  3. Tja, das ist schon alles ärgerlich. Ich meine, wir sollten unsere Kräfte und Nerven jedoch nicht auf diese Schnarchnasen in Charlottenburg fokussieren. Dauert es halt noch eine Weile, bis ich mir das Aktien-Schmuckstück an die Wand hängen kann.

    Wir haben andere, viel wichtigere Baustellen. Und auf der Baustelle selbst werden jede Menge Helfer gebraucht. Da können wir diese Schlamperei dann nebenher mit besprechen.

    Und niemals vergessen, EisernUnion!

  4. Nachtrag: Lasst ihn wiehern, den Amtsschimmel. Wir singen ihn nieder. Spätestens am 30. Juni, wenn wir uns alle in unserem Stadion zum offiziellen Trainingsauftakt treffen.

    Eisern!

    • Nun ja, so gelassen würde ich das dann doch nicht hinnehmen wollen. Schließlich hängen an dieser Kapitalerhöhung nicht nur unsere Aktien-Ausgabe, sondern rein rechtlich gesehen auch Konditionen für die AG.

      Ich fände es schon gut, wenn wir unser Mißfallen der Arbeitsweise des Amtsgerichts auf originelle Art und Weise öffentlichkeitswirksam kundtun.