Der Hönower

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EM 2012 – Heiter gehts weiter!

Ende, aus, vorbei. Die Gruppenphase ist (endlich) geschafft. Die Viertelfinal-Ansetzungen stehen und nun ist auch der Fahrplan nach Kiew, zum Endspiel, am 1. Juli, etwas klarer geworden.
Nun geht es nur noch um hopp oder topp. Weiter oder „ab nach Hause“. Vielleicht mit Verlängerung, eventuell auch noch das Elfmeterschießen als Scharfrichter. Bis zum Finale! Das leidige Spiel der Halbfinal-Verlierer gegeneinander um die „Goldene Ananas“ spart man sich. Ist auch besser so.

Erstaunlicherweise waren die Vorrundenbegegnungen dieser WM fast alle (Ausnahmen bestätigen diese These) hochinteressant und oftmals sehr abwechslungsreich, mit einigen überraschenden Endergebnissen. War schließlich nicht immer so, in den letzten dreißig Jahren.
Erstaunt bin ich auch darüber, dass die deutsche Mannschaft alle ihre Spiele erfolgreich und eigentlich auch souverän überstanden hat. Und das Steigerungspotential ist trotzdem vorhanden und unübersehbar. Das war in dieser Vorrunden-Gruppe nicht unbedingt so zu erwarten, zeigt aber auch die Klasse und den Reifegrad des ganzen Teams und die glänzende taktische Vorbereitung des Vorhabens “Gruppensieg” durch das Trainerteam. Ja, sie alle waren bisher “högschd konzentriert”! Und nun wären doch von Danzig (Gdansk) aus Warschau und Kiew erstrebenswerte Reiseziele.
Ich hoffe nun sehr, dass mein Loblied nun nicht gleich gegen die Betonmischer von der Ägäis ad absurdum geführt wird, bin aber frohen Mutes, dass das griechische Abwehrbollwerk erfolgreich geentert werden wird.

Was mich jedoch sehr nervt, sind die zahlreichen, teils unqualifizierten, Schimpfkanonaden auf Trainer und Team, wenn einmal nicht alles nach (Zuschauer-)Wunsch läuft. Beste Beispiel für mich sind Tiraden gegen Özil oder Müller, die beide, aufopferungsvoll kämpfend, dabei nicht immer glänzend aussehend, die Strategie der Mannschaft umsetzten, Räume schufen, den Gegner wund liefen. Und wenn selbsternannte „Fans“, mit allerlei schwarzrotgüldenem Tand bekleidet und behangen, die sonst kaum ein Fußballspiel sehen, vehement schreiend den Einsatz anderer Spieler fordern, ohne die geringste Ahnung von taktischem Geplänkel und Spielaufbau zu haben, dann weiß ich: Bald ist wieder Liga-Alltag! Ohne diese Experten!
Dass zudem Ewiggestrige Mesut Özil mit rassistischen Beleidigungen traktieren, setzt dem Ganzen noch die Krone auf und zeigt wieder einmal in aller Deutlichkeit: Seid wachsam, die braune Pest ist noch immer gegenwärtig in den Fußballstadien; und auch latent in vielen Köpfen.

Das Prinzip „Brot und Spiele“ funktioniert nach wie vor bestens. Die allgemeine Euphorie, die bei solchen Anlässen, auch diejenigen erfasst, für die der stinknormale Fußballfan nur der pöbelnde, Bier saufende Proll ist, lässt für Wochen viele andere gesellschaftliche Probleme zum klitzekleinen Randthema verkommen.
Die Devotionalien-Industrie freut’s und auch die Brauereien fahren Extraschichten und hauen die Sonderangebotsbiere raus.
Bis zum 1. Juli. Dann ist wieder Ruhe!

Übrigens, am 30. Juni ist offizieller Trainingsauftakt in der Alten Försterei …

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