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Rot-Weiss Essen vs FC Union Berlin

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Humor hat er ja, der sangesfreudige Unioner. Selbst wenn es die erste Runde des DFB-Pokals ist, beim Stande von 0:0. Und vielen Unionern gar nicht mehr in Erinnerung, dass es im DFB-Pokalwettbewerb mehr als eine Runde gibt.

Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom!
Nach Kopenhagen schnell ans Telefon!
Vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand,
vielleicht nach Teneriffa, eine Woche Sandstrand!
EUROPAPOKAL!

Ja, es hätte auch ganz anders ausgehen können, am Montagabend, dort an der Essener Hafenstraße.
Gar zu leichtfertig hatten in den Tagen davor bereits sechs Erstligisten und einige Klubs aus der zweiten Bundesliga die Segel gegen unterklassige Teams streichen müssen. Auch der „Hauptstadtklub“ kehrte etwas angesäuert vom Viertligisten Wormatia Worms zurück.
Und wenn ich an unseren letztjährigen Pokalauftritt in Essen, an gleicher Stelle, denke – auweia.
Obwohl, an gleicher Stelle stimmt nicht ganz. Denn mittlerweile ist das neue Georg-Melches-Stadion in Betrieb. Drei neue Tribünen sind um das Spielfeld herum fertig gebaut. Nur die vierte und letzte Seite ist offen und gibt den Blick frei auf noch zwei der altehrwürdigen Tribünen des alten Stadions an der Hafenstraße. Ein Fünf-Tribünen-Stadion also. Gut gefüllt mit ca. 11.000 fanatischen Anhängern der Ruhrpott-Elf.
Und 1.500 Unionern. Wohlgemerkt, an einem Montagabend und über 500 km fern der Heimat.
Dass uns das Los ausgerechnet wieder Rot-Weiß Essen bescherte, war schon etwas seltsam. Ein mulmiges Gefühl obendrein, nach dem Pokal-Aus gegen aufopferungsvoll kämpfende Essener im vergangenen Jahr. Genug gewarnt waren also alle.

Zugegeben, ann diesen Abend aber sah streckenweise ganz gut aus, was unsere Fußballhelden auf dem Rasen ablieferten. Die Abwehr um Torhüter Daniel Haas und Abräumer Stuffinho ließ kaum etwas zu, baute keine Patzer, wie beim letzten Aufeinandertreffen, zahlreiche Chancen unserer Offensivabteilung ließen uns ganz gelöst im Block stehen und singen. Es konnte eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir endlich in Führung gehen und das Spiel dominieren. Klar, RWE hielt mit Kampf und Kraft dagegen, setzte gar spielerische Akzente, aber keiner dachte daran, dass hier noch etwas schief gehen könnte.
„Macht ma hinne, ick muss nach Hause“ oder auch „Essen is fertich“ hieß es lautstark.

So langsam machte sich dann in etlichen Gesichtern doch Entsetzen breit. Verlängerung, immer noch 0:0, zweimal Pfosten, mehrere kläglich vergebene Torchancen. Bloß kein Elfmeterschießen, jammerte jemand neben mir. Dass es letztendlich doch kein deja-vu gab, Terodde seine allerletzte Aktion zum erfolgreichen Torschuß nutzen konnte, wurde mit Jubelgeschrei und großer Erleichterung aufgenommen.
Jawohl, es gibt sie doch – die zweite Runde im DFB-Pokal.

An dieser Stelle noch einen herzlichen Gruß an unseren Essener Fußballfreund, mit dem wir vor dem Spiel in gemütlicher Runde über Fußball, (Gott) und die Welt philosophierten, der uns auch so manches über die traditionsreiche Essener Fußballgeschichte erzählen konnte und der mir freundlicherweise auch einige (noch folgende) Bilder (bitte etwas Geduld!!) zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellte.

Alles Gute nach Essen! Mit dieser Mannschaft, mit diesem Publikum im Rücken, solltet ihr bald wieder aus den Niederungen der Regionalliga auferstanden sein.
Bis zum nächsten Mal – wahrscheinlich nächstes Jahr, zur ersten DFB-Pokalrunde, an der Hafenstraße …

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