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Eiserne Gelassenheit

Eisern Union“Spieler kommen und gehen. Wir auf den Rängen aber, bleiben!” Diese uralte Weisheit kam mir in den Sinn, als ich von dem (doch zumindest für mich) überraschenden Adieu unseres Akteurs an den Schaltstellen des Union-Spiels, Markus Karl, hörte. Einer, der sich nicht nur durch eine Mischung aus rustikalem Draufhalten und Aufbau eigener Spielzüge in fast 50 Zweitligapartien im Union-Dress einen Namen machte, sondern auch durch kluge und selbstbewusste Aussagen und gelebter Nähe zu den Eisernen Fans auszeichnete. Der sich Stadionaktien kaufte. Jemand, der auch sagte, in seiner Laufbahn gern in der ersten Bundesliga auflaufen zu wollen, wenn möglich mit unserem Emblem auf dem Hemd. Der jetzt seine Chance sucht und mit dem FC aus Kaiserslautern aufsteigen will.

Aus erlebten 38 Jahren mit (oder zumindest mit dem Gedanken bei) Union kann mich so etwas allerdings nicht schocken oder gar aus der Reserve locken. Mit Schmunzeln nahm ich die Meinungen, Verschwörungstheorien und Kommentare “aller Sachverständigen” zur Kenntnis, die Verrat witterten, die dem Burschen niedere Bewegggründe unterstellen wollten oder gar die Angst äußerten, Verein und Trainerstab hätten sich mit der Personalie auch von aufkeimenden Aufstiegsambibitionen verabschiedet.

Alles Gute, Markus Karl. Und auch für Dich gilt: “Einmal Unioner, immer Unioner!”

Tags darauf präsentierte man den Neuen: Baris Özbek, einen ehemaligen U21-Nationalspieler aus dem Ruhrpott, der in den letzten fünf Jahren in der obersten türkischen Spielklasse erfolgreich wirkte, u.a. mit Galatasaray Istanbul Meister wurde, dann verletzungsbedingt lange Zeit ausfiel.
Eine interessante Neuverpflichtung! Im Zusammenhang damit wurde mir auch klar, dass man in unserer Führungscrew still und heimlich bereits den Abgang von M.Karl einkalkulierte und Vorkehrungen traf.
Sehr gut gemacht, das kenne ich aus den vielen Union-Jahren nämlich auch ganz anders!
Ein “Hoş geldiniz!” unserem Neuen! Der sicherlich schon mitbekommen haben wird, dass man sich das Prädikat “Fußballgott” bei uns redlich verdienen muss. Vorschusslorbeeren gibts von mir nicht, auch wenn bereits viele von einem “genialen Transfer” sprechen. Wünschen wir unserem neuen Mittelfeldmann eine erfolgreiche Zeit bei uns, ein schnelles Eingewöhnen in Köpenick und viele gute und vor allem erfolgreiche Spiele!
Und das kann bereits am kommenden Freitag losgehen, wenn wir den 20. Spieltag im Stadion An der Alten Försterei mit der Einweihung unserer neuen Tribüne und (hoffentlich) einem Sieg gegen den SV Sandhausen erleben werden.

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4 Kommentare

  1. Na ich hoffe doch, dass wir gewinnen werden, bin nämlich im Stadion ;-).

    Zu den Spielern kann ich nur sagen, der Abgang von Karl ist schon ein schwerer. Wir können nur hoffen, dass unser Neuer diese Position ausfüllen kann – freuen würde mich das. Aber das Hauptproblem, nämlich der Sturm, hat sich damit noch nicht geklärt. Ich hoffe, dass unsere Stürmer eine starke Rückrunde haben werden, aber irgendwie fehlt mir noch der Glaube.

    • Sven, die ganze Mannschaft haben bisher eine starke Serie gespielt (wenn auch nicht immer spielerisch überzeugend). Was Karls Adieu betrifft: Reisende soll man nicht aufhalten. Und vielleicht ziehen wir daraus sogar noch etwas positives. Das “Hauptproblem Sturm” sehe ich so nicht, da wir viele Spieler haben, die Tore erzielen (können) und das ganze Gefüge dadurch unberechenbar gestalten. Und soooo daneben sind unsere Angreifer nicht, manch einer braucht eben auch Zeit und Möglichkeiten zur Entfaltung, siehe Adam Nemec.
      Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir in der zweiten Liga sehr gut aufgehoben. Alles andere wird sich zeigen. Langsam und stetig, mit Augenmaß: “Immer weiter, ganz nach vorn!”

  2. Naja, sie haben sehr starke Spiele gezeigt, wie zum Beispiel gegen Kaiserslautern, was ich auch live gesehen habe – sie haben aber auch Spiele gezeigt, in welchen es an Torgefährlichkeit gefehlt hat und genau hier sehe ich das Problem. Wir haben locker 9 Punkte verschenkt (sicher auch ein paar Spieler glücklich gewonnen).

    An einen Aufstieg denke ich übrigens gar nicht, das wird noch ein wenig dauern – aber ich wünsche mir halt, dass wir mal zwei starke Halbzeiten hintereinander bringen und das war eher selten der Fall.

  3. Sven, “bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.” (Jean-Paul Sartre)