Archiv für die Kategorie: “entlang der Laufstrecke”

Letztes Juli-Wochenende in Berlin. Schon traditionell ist die West-City rund um den Tauentzien, die Gegend um Kurfürstendamm, Kantstraße und Europacenter am Samstagabend für den Autoverkehr gesperrt. In diesem Jahr nutzten so um die 10.000 Inline-Skater und Läufer den Parcours für den abendlichen Lauf um die Häuser.
Ab und an starte ich dort auch, wenn es in den Kram passt. So wie gestern. Zwar hatte ich auch Ambitionen den zeitgleich stattfindenden Halbmarathon in Rostock zu bestreiten, aber Sommer in Berlin ist ja auch ganz schön – wenn man keinen Urlaub hat.

Und Sommerfußball war ja vorher auch noch. Der 1. FC Union Berlin testete gegen Middlesbrough FC und spielte 2:2.

Schwach angefangen, stark nachgelassen. So möchte ich meinen Lauf über die 10km-Strecke charakterisieren. Obwohl behutsam angegangen – die 5km-Marke in der Kantstraße passierte ich nach 23:45- konnte ich auf der zweiten Runde, den Kurfürstendamm hoch und runter, nicht mehr steigern und kam schließlich nach 47:41 ins Ziel. Platz 1241 und die eigene Zeitvorgabe um fast 2 Minuten verfehlt. Gut, es war warm und schwül, auf der Strecke ist es eng und besonders auf den ersten Kilometern ziemlich stressig.

Dass man zu Beginn nicht schnell und zügig loslaufen kann, ist bei diesen Laufereignissen in Berlin altbekannt. Immer wieder sieht man in den vorderen Reihen viele Läufer, die behäbig losmarschieren, die ganze Straße blockieren und immer wieder zu riskanten Überholmanövern verleiten. Ins Ziel kommen die dann, wenn man selbst schon unter der Dusche steht. Dabei hat der Veranstalter die Startbereiche nach erwarteten Zielzeiten unterteilt. Aber wenn ich in den Startbereich “Unter 50 Min” komme, stehen dort bereits viele, die weiter hinten viel besser aufgehoben wären.
Viele Freunde waren zu sehen. Einige stehen im direkten Training für den Berlin-Marathon im September Andreas und Günter aus Oranienburg berichteten vom gepllanten Marathon-Abenteuer in Dublin.
Einige Unioner waren auch am Start. Hervorzuheben ist Ingos Spitzenergebnis; 36:48Min und Gesamtplatz 83, Hut ab!!!
Schwacher Trost für mich: Ich konnte unterwegs diverse Hertha-Trikots überholen. :)

Sommer in Berlin. Wettkampfausklang. Biergarten und Stimmung bis weit in die Nacht.
Und heute früh: Selbstverordnetes Straftraining. Kein Wunder, bei solch grottenschlechter Zeit. ;)

Hier gehts zu den Ergebnissen!

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union-fahne.jpgEndlich wieder Fußball in der Wuhlheide!
Endlich wieder die geliebte Hymne, Stehplatz an der Mittellinie und viele „sachkundige Trainer“ neben mir auf den Rängen.
Wer nach der Fußball-WM in ein (Sommer-) Loch gefallen war, der hatte gestern die große Chance, dem wieder zu entkommen.

Während sich unser unmittelbarer Liga-Konkurrent aus dem Charlottenburgischen am Wochenende vor immerhin 3.000 Augenpaaren im Jahn-Sportpark mit einem nicht weiter nennenswerten unterklassigen Team aus dem Berliner Nordosten abplagte, hatte es bei unserem gestrigen Testspiel gegen den ehemaligen spanischen Meister Real Club Deportivo de La Coruña („Königlicher Sportklub La Coruña“) doch schon fast so etwas wie Volksfeststimmung. Überaus versöhnlich auch das Endergebnis, man trennte sich Unentschieden, 3:3.

Dramaturgisch durchaus reizvoll, denn nach einer sicheren 2:0-Führung zur Pause für „die Königlichen“ und dem anschließenden 3:0 (mit freundlicher Unterstützung von „Fußballgott“ Jan Glinker) dachte alles schon an eine Wiederholung der 0:5. Schlappe in der letztjährigen Pokalbegegnung gegen Werder Bremen.

Aber es ist ja Sommerfußball. Testspielzeit; Möglichkeiten zum Auswechseln sind mehr als genug gegeben. Während die Spanier wohl ihre besten Leute nach der sicheren Führung schonen wollten,, kamen auf unserer Seite einige Neuzugänge auf den Rasen, die um ihre Stammplätze kämpfen müssen und auch wollten. Plötzlich gab es dieses Aufbegehren, das Kämpfen um jeden Ball, was nicht nur die Fans, sondern auch die etwas verdutzten Spanier aufhorchen ließ.

Wenn auch bei weitem nicht alles rund lief, mich die Eskapaden unseres Kapitäns und „Alterspräsidenten“ Younga mitunter zur Verzweiflung treiben, es war streckenweise schon ganz gut anzuschauen, wie der neue Abwehrchef Madouni Ruhe und Abgeklärtheit ausstrahlt, wie ein lange verletzt gewesener Brunnemann läuft und rackert, wie sich die beiden neuen (Polenz und Eigengewächs Quiering) auf der rechten Seite bestens in Szene setzen konnten. Lobenswert auch die Bemühungen des ehemaligen Dresdners, Halil Savran

Nun, es wird im harten Liga-Alltag sicher nicht allzu oft solche klaren Einschussmöglichkeiten geben. Aber man muss sie auch erst einmal nutzen, so wie es unsere Helden (Torschützen Brunnemann, Mattuschka und der holländische Ballkünstler Santi Kolk) gestern erfolgreich praktizierten.

Die Test-Festspiele gehen weiter!

Am 31. Juli wird der englische FC Middlesbrough in der Alten Försterei antreten. Und am 7. August ist Borussia Mönchengladbach unser Gast.

Bereits eine Woche später, am 15. August, wird es dann ernst. Der Hallesche FC Chemie erwartet uns zum Match in der 1. Runde des DFB-Pokals. Gespielt wird jedoch in Leipzig, im ehemaligen Zentralstadion, in dem jetzt eine Firma, die rote Brause herstellt, Namenspatron ist.

Und danach dauert es gar nicht mehr lange bis zum ersten Liga-Derby gegen die Kicker aus Westend.

Fotos vom Spiel gegen die Galizier gibt es wie immer bei UNVEU und bei Union-Foto.

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schlechtwetterwolken1.jpgGestern, am späten Abend, fing es an zu tröpfeln.
Die Nacht bis zum Morgen schüttete es. Angenehme Temperaturen auf dem Weg zur U-Bahn heute früh.
Endlich, möchte man meinen. Wenn ich auch den Urlaubern und Ferienkindern diese Sommerhitze von Herzen gönne, kommt doch Freude auf, nun wieder bei normalen Temperaturen durch die Straßen zu gehen, durch Wald und Feld zu laufen, wieder ordentlich Frischluftzufuhr zu haben.
Es war schon nicht mehr so richtig angenehm, bei dieser Sonnenglut in überhitzten Büros arbeiten zu müssen oder gar das Lauftraining für den kommenden Marathon durchzuziehen.
Dazu die Unmengen an Wasser, für Rasen, Blumen und das andere Gartenzeugs
Und auch die Fußballer des 1. FC Wundervoll legten, ob der Wärme und Schwüle, bei den beiden letzten Testspielen den Standby-Modus an den Tag.

Nun aber kann man wieder so richtig durchstarten!

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Was war das denn heute? Wintereinbruch im Hochsommer? Punkt neun in der Frühe zeigte das Thermometer am Strandbad Rahnsdorf sehr angenehme 17°C. Ideale Bedingungen für einen, mal wieder etwas längeren, Trainingslauf. Zudem in sehr angenehmer Gesellschaft. Kurzfristig vorab im Union-Forum verabredet, trafen sich fünf Unioner um gemeinsam den Müggelsee zu umrunden.
Zunächst ging es am Uferweg in Richtung Friedrichshagen, zum Spreetunnel. Zu Fuß unter der Spree durch und immer direkt am Wasser entlang, vorbei an Rübezahl und Müggelseeperle. Neu-Helgoland links liegen lassend, ein kurzer Blick rüber zum Kleinen Müggelsee und weiter über Müggelhein quer durch den Wald bis zur Brückenpassage in Neu-Venedig, fast schon am Dämeritzsee gelegen. Dann über Hessenwinkel und Wilhelmshagen zurück nach Rahnsdorf.
Grundlagenausdauer-1 war angesagt. also gemütliches Tempo und immer wieder ein Schwätzchen zwischendurch.
Mein Garmin zeigte zum Schluß 18,80 km in 1:49:55, also 5:50 Min/km im Schnitt.

Ein sehr schöner Lauf! Sowohl Strecke wie auch Begleitung – ideal Danke, Jungs! Das sollte man vor dem (für laut Meldeliste insgesamt 11 Unioner anstehenden Berlin-Marathon) unbedingt wiederholen. Dann vielleicht sogar mit einem Abstecher zum Langen See und zum Müggelturm.

Mueggelsee-Umrundung

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Trainingsauftakt Alte FoerstereiDa waren gestern Abend nur die wirklich ganz Eisernen zu sehen. Auf den Rängen, wo sich – ich schätze mal – 1.500 Fans einfanden. Auf dem Rasen, die personell und hoffentlich auch leistungsmäßig verstärkte Mannschaft des 1. FC Union Berlin. Bei sonnigem Abendhimmel und schwitzgerechten 36°C.

Öffentlicher Trainingsauftakt des FC Wundervoll, nach vorausgegangenem Trainingslager am Rennsteig in Oberhof. Kondition bolzen, für die harte Saison. Den Rest des Eintrages lesen »

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Mit freundlicher Empfehlung des Laufguru’s vom Gördensee:

Um Hitzeläufe durchzustehen, muss man sich mental warm anziehen

Und noch einen, aus der Feder von Achim Achilles:

Ein ordentlicher Durst am Ende des Trainings ist das beste Argument für ein ehrliches Bier.

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26. Fünf-Seen-Lauf am 03.Juli 2010 in Schwerin

Nach Jahren packte mich wieder einmal der Gedanke, dem traditionellen Schweriner Fünf-Seen-Lauf meine Aufwartung zu machen, der 2010 in seine 26. Auflage ging.

Wie gewohnt, startet man in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern am ersten Samstag im Juli in der Nähe des Schlosses, am Schweriner See, um dann über viele Umwege, an fünf Seen und zwei weiteren Wasserläufen vorbei, ins Ziel, in den Lankower Bergen, zu gelangen.

Hier trifft sich dann anschließend die Läuferschar, zum geselligen Ausklang im Festzelt oder auch in kleineren Grüppchen zum Hydrieren, Grillen, Fachsimpeln und Feiern. Viele reisen bereits am Freitag an, bauen ihre Zelte im Zielgebiet auf und bereiten sich mit allerlei Zeitvertreib auf den Wettkampf am nächsten Tag vor.
Günstig ist es, den Fünf-Seen-Lauf mit einem sonntäglichen Ostseetrip zu verbinden (bis ins Ostseeheilbad Boltenhagen fährt man mit dem Auto nur noch ein knappes Stündchen), wenn das Wetter stimmt.

Meistens stimmt es. ;)
Ich habe in Schwerin schon mehrere Läufe mit Temperaturen jenseits der 25°C bzw. bis zu 30°C absolviert.
Da ist bei den angebotenen Strecken über 10, 15 und 30km dann immer Vorsicht geboten. Bestzeiten sollte man bei solchen Wetterbedingungen nicht unbedingt ins Auge fassen. Eher diesen Lauf mit den herrlichen Ausblicken genießen. Jedesmal findet man neue interessante Perspektiven.

Der Startbereich war in diesem Jahr wieder einmal etwas verlegt worden. Los ging es am BUGA-Gelände, schon in der prallen Sonne. Da die Starts für die einzelnen Strecken erst ab 10 Uhr vollzogen wurden, war das ganze Areal auch schon ganz schön aufgeheizt. Da die Temperaturen an diesem Samstag noch auf bis über 36°C steigen sollten, warnten die Veranstalter immer wieder vor übertriebenem Ehrgeiz und legten allen Läufern nahe, doch unbeding alle Wasserstellen anzulaufen und zu nutzen. Manche Läufer hatten zudem vorgesorgt und sich mit Batterien voller Trinkgefäße, Gels und anderer Utensilien ausgestattet, die sie nun noch zusätzlich durch die Gegend schleppen mussten. Mit dem Zeug hätte man gut und gerne ein Dorf in Afrika eine Woche lang ernähren können. ;)

Wasserstellen gab es übrigens genug. Viele Anwohner hatten zudem Wasserbottiche an die Strecke gestellt und ihre Sprenkler freundlicherweise auf die Strecke regnen lassen.

In diesem Jahr erfreute mich besonders ein großes Schild mit der Aufschrift „Glühwein im Angebot“, was ein Spaßvogel im Strandbad Zippendorf aufstellte (ca.km5), welches am Vormittag bereits gut besucht war.

War das eine Hitze! Nach gut 20 km waren die ersten sehr zügig gestarteten Läufer mit ihrer Kraft und Moral am Ende. Etliche gaben auf, viele quälten sich weiter.

Laut aktueller Pressemeldungen sollen jedoch mehr als 40 Notarzt-Einsätze zu verzeichnen sein. Allerdings wohl mehr auf den kürzeren Strecken.

Ich kenne die Strecke um die fünf Seen in Schwerin zur Genüge, weiß auch dass es eigentlich erst ab dem km25 so richtig hart zur Sache geht. Wenn die kurzen und giftigen Anstiege zu meistern sind, wenn die Sonne so richtig draufknallt und es kaum ein Entweichen in den Schatten gibt. Und wenn der Pickel in den Lankower Bergen grüßt. Den bin ich diesmal übrigens gegangen. Es reichte auch so.

Mit einer Zeit von 2:57:17 über 30,4km war ich im Ziel. So langsam war ich hier noch nie, das konnte ich auch schon über eine halbe Stunde besser. So gut in der Gesamtplatzierung (274.) aber auch noch nicht. Von ca. 800 gemeldeten Teilnehmern auf der 30km-Strecke sind nur insgesamt 554 in der Ergebnisliste registriert.

Alle, die ich sprach, hatten ein solches Hitzerennen noch nicht erlebt. Aber, es geht! Ordentlich vorbereitet und mit gesunder Einstellung lassen sich auch solche Rennen meistern.

Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen „Bierchen danach“ in der Runde der Friedrichsfelder Lauffreunde, dem grandiosen 4:0 unserer Elf gegen die Gauchos und dem abendlichen Läuferfest im Zielgebiet.

Und am Sonntag konnte man dann in der 21° warmen Ostsee so richtig schön relaxen …

Update 6. Juli:
Weitere Berichte zum Schweriner Fünf-Seen-Lauf:
- Ramonarun
- Sprintefix
- Dosenfischer
- Achim Achilles
- Jana Kiesendahl

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Nein, bitte keine falschen Gedanken!
Ich denke mehr an “Habemus neuen Hotte Grüß-August”
Aber irgendwie muss ich bei dem Procedere und dem Gehacke um die Wahl des neuen Bundespräsidenten immer an Reinhard Mey denken.

Die allerschönsten Exemplare aus dieser Rubrik,
Die finden sich aber noch immer in der Politik.
So tölpelhaft, so anmaßend, da übertrifft sie nur
Die dort auch viel vertret‘ne Gattung Schießbudenfigur.
Du glaubst, da regier‘n Menschen mit Charakter und Profil,
Doch wenn du hinsiehst, sind‘s Gretel und Kasperle, Großmutter, Wachtmeister und Krokodil.

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Drei Tage lang gehörte der Berliner Tiergarten zwischen Angies Waschmaschine, Hottes Ex-Wohnsitz und der Schwangeren Auster den Läufern aus nah und fern.

5x5km Team-Staffel Berlin Foto: lauftreff.de

5x5km Team-Staffel Berlin Foto: lauftreff.de

Von Mittwoch bis Freitag liefen an jedem Abend fast 1500 Staffeln über die traditionelle 5x5km-Distanz. Spaß und Stimmung ist dabei in jedem Jahr garantiert. Mit der Verlegung der Strecke auf die nördliche Seite des Tiergartens hat das Ganze noch dazu gewonnen. Mir gefällt die Strecke weitaus besser, wie die frühere Variante, auch das Gredränge ist nicht mehr so groß, fand ich.

Diesmal waren wir Läufer aus Hönow und Freunde mit insgesamt sechs Teams am Start, dazu etliche “Betreuer” und Begleiter. Den Rest des Eintrages lesen »

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Mit Freude vernahm ich kürzlich die Nachricht, dass sich mein Jüngster nun doch wieder aktiv dem Fußballsport widmet.
Er hatte als Kind und Jugendlicher durchaus das Talent, den leistungssportlichen Weg zu beschreiten, selbst die Späher meines 1. FC Wundervoll interessierten sich eine Zeit lang für ihn.
Als sechsjähriger fing er beim SC Borussia 1920 Friedrichsfelde mit dem Fußballspielen an, wechselte dann später zum SV Bau-Union Berlin und half fleißig mit, die unterschiedlichen Berlin-Ligen in den Kinder- und Jugend-Alterklassen kräftig aufzumischen.
Und ich meistens mit dabei. Bei den Heimspielen auf dem „Zachi“ oder dann auf dem Sportplatz in der Dolgenseestraße; das konnte ich meist mit einer vorherigen Laufeinheit verbinden und war, wie etliche andere Eltern, zum Anpfiff pünktlich an Ort und Stelle. Selbstverständlich auch auswärts. Mit dem Auto voller Fußballknirpse habe ich Anfang und Mitte der Neunziger viele Fußballplätze und Ecken in den westlichen Stadtbezirken, von Kladow bis Lübars kennengelernt; in diese Gegenden wäre ich wahrscheinlich ansonsten bis heute nicht so richtig vorgestoßen.
Es war ne schöne Zeit, meinte auch mein Kleener. Sie errangen diverse Staffelsiege und Pokale, freuten sich miteinander, wollten hoch hinaus. Das ging auch, gut, bis hin zu den A-Jugendlichen. Wie oft zu beobachten, fallen dann selbst erfolgreiche Jugendmannschaften einfach auseinander.
Danach war erst einmal Schluß mit Fußball. Auch zahlreiche, teils erhebliche, Verletzungen, hatten ihren Teil mit dazu beigetragen. Nach Jahren dann wieder erste zaghafte Versuche in einer Freizeitkicker-Truppe.

Nun ist er wieder aktiv, spielt in der 1. Herren-Mannschaft, bei Borussia Friedrichsfelde.
Dieser Berliner Traditionsverein (ehemals BSG Motor Lichtenberg) hat neben einer auf allen Laufstrecken der Welt bekannten und sehr agilen Laufgruppe, im aktuellen Fußballgeschehen eine rasante Talfahrt hinter sich. Vor ein paar Jahren träumten die Vorständler der Abt. Fußball dort noch von dem großen Aufbruch in den höherklassigen Fußball, letztens bekam man zu den Punktspielen der Bezirksliga Berlin nicht einmal mehr 11 Leute für die Mannschaft zusammen.
Einige Freunde und ehemalige Schulkameraden haben sich nun kürzlich bei ihrem Kinder- und Jugend-Verein zurück gemeldet bzw. erneut angemeldet und sichern wenigstens personell den laufenden Spielbetrieb, so dass die Lichter nicht gänzlich ausgingen.

Am letzten Sonntag war dann auch ich wieder einmal im Zachert-Stadion. Fußballer sind ja bekanntlich nicht so die Frühaufsteher. Da kann man vorher noch sein Trainingsläufchen durchziehen und dann gemütlich mit dem Rad nach Friedrichsfelde zuckeln. Mein Kleener hatte mich eingeladen. „Komm doch mal wieder mit. Wir sind zwar weit abgeschlagen Tabellenletzter, treten gegen den Vorletzten an und wollen unbedingt endlich einmal gewinnen“ Ich hatte mich dann schnell mal kundig gemacht, Tatsächlich, auch der einst so erfolgreiche SV Nord Wedding 1893 dümpelt mächtig vor sich hin, hatte bisher in der Saison insgesamt acht Punkte errungen.
Und Borussia? 27 Spiele; gewonnen Null; unentschieden: Null; verloren: 27; Torverhältnis: 24: 212! Das ist rekordverdächtig!!! Da holt die Boulevardpresse immer das damalige Elend mit Tasmania Berlin hinterm Ofen hervor, dabei gibt es doch leuchtende und aktuelle Beispiele, gleich um die Ecke!!!

Das Spiel ging leider 5:6 verloren.
Es war heiß an dem Sonntagnachmittag. Die 11 Borussia-Spieler hatten niemanden mehr zum auswechseln. Einige hielten konditionell nicht mit, andere hatten enorme Probleme mit dem Bearbeiten des Spielgeräts.
Die Schiedsrichterin war eine Zumutung. Die „einbestellten“ Linienrichter vollzogen ihren Job lediglich im Radius eines Bierdeckels. Fußballniederung pur!

Mein Kleener spielte, den Umständen entsprechend, einen anständigen „Sechser“. Die Mannschft kämpfte, wortwörtlich bis zum Umfallen.
Jungs, Kopf hoch! Nächstes Jahr, in der Kreisliga wird wieder angegriffen.
Und an alle fußballambitionierten Leser im Umfeld des Zachert-Stadions: Die Herren-Mannschaft des SC Borussia Friedrichsfelde braucht dringend Verstärkung. Meldet euch!

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