Ich bin rum! Als ich am Sonntag meine Laufaufzeichnungen aktualisierte, zeigte die Rubrik “Gesamt-Kilometer” die stolze Zahl 40.083.
Das heißt, bei einem Äquatorumfang von 40.075 km, habe ich also theoretisch die Erde einmal umrundet.
Seit Anfang 1987 führe ich akribisch Buch über meine Laufaktivitäten.
Nicht nur die gelaufenen Kilometer (seit einigen Jahren nun auch mit GPS-Genauigkeit), sondern auch Ort und Zeit, Wetter und einige Rahmenbedingungen notiere ich.
So kann ich beispielsweise genau rekapitulieren, mit wem ich vor etlichen Jahren Mitte Februar bei 18°C in kurzen Hosen durch die Wuhlheide gelaufen bin. Oder bei welchem der Läufe es am kältesten bzw. wärmsten war.
Die Landkarte mit den bereits erfolgreich bewältigen Laufzielen ist mittlerweile auch schon sehr gut gefüllt. Ich hoffe und wünsche, dass ich in den kommenden Jahren noch einige weitere Einträge vornehmen kann. Wie demnächst den Marathon in Barcelona oder (vielleicht im nächsten Jahr) dann auch einmal den Traum vieler Marathonläufer, den New York City Marathon.
Höhepunkt eines jeden Jahres aber ist und bleibt der Klassiker der Landschaftsläufe, der über die Kammlagen des Thüringer Waldes führt – der Rennsteiglauf.
Jährlich, am 1.August, begehen die Schweizer ihren Nationalfeiertag.
Dieses Datum geht zurück auf den 1. August auf die Geschehnisse auf der Rütliwiese über dem Vierwaldstättersee, wo sich 1291 Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden versammelt und geschworen hatten, sich mit vereinten Kräften gegen Bedrohungen durch allfällige Eindringlinge zu wehren (Rütlischwur). Dieser Rütlischwur gilt als Gründungsakt der schweizerischen Eidgenossenschaft.
Seit einigen Jahren feiern die sympathischen Eidgenossen auch in ihren Botschaften und lassen die Bürger des jeweiligen Landes daran teilhaben.
Auch die Schweizer Botschaft in Berlin, mitten im Regierungsviertel gelegen, führt seit einigen Jahren am 1.August einen “Tag der Offenen Tür” durch. Diesmal auch mit sehr ansprechender Silhouette. Da fühlt man sich gleich wieder wie auf dem Flughafen in Zürich.
In diesem Sinne auch herzliche Grüße an meine Freunde und Bekannten in der Schweiz. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder einmal aktiv im Lande zu sein.
Schließlich war ich ja immer noch nicht beim Jungfrau-Marathon am Start.
Ein Montag, Mitte Mai, im Thüringer Wald. Die Wege oberhalb von Schmiedefeld sind verwaist. Keine Wanderer, Walker , Radler oder gar Läufer weit und breit. Vereinzelt findet man Pappbecher am Wegesrand. Ein vergessenes Schild lehnt einsam an einem Baum.
Mitte Mai ist Rennsteiglauf!
In diesem Jahr ist alles gut. Am Samstag, dem 16. Mai, pünktlich um neun, wird der 37. Rennsteiglauf-Marathon in Neuhaus am Rennweg gestartet. Und im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als ich die 73 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld mit wehender Union-Fahne in der Hand lief und dann anschließend die Nachricht von der Pleite im entscheidenden Spiel um den Aufstieg vernahm, ist diesmal bereits alles in trockenen Tüchern.
So kann ich mich also voll und ganz auf den Marathon und auf die Zielparty im Schmiedefelder Festzelt einstimmen.
Ich freu mich, euch alle wiederzusehen, Petra, Ramona, Schlawiner, Sostu; Orange, Andy, Harald, Deichläufer und Co., ….
Und mit mir auch die gesamte „Hönow-Fraktion“.
Na, habt ihr die Umstellung auf die Sommerzeit auch gut überstanden? Wenn’s auch heute früh zum Läufchen etwas früher als gewöhnlich war, das machte mir gar nichts aus.
Und in der wärmenden Frühlingssonne läuft es sich gleich nochmal so gut! Davon ließen sich auch viele Lauffreunde aus Hönow und Berlin begeistern und waren früh auf den Beinen. Endlich wieder schmerzfrei laufen! Vier Wochen ging gar nichts und immer noch muss ich sehr vorsichtig sein, um nicht wieder umzuknicken.
Den Ultramarathon zum Rennsteiglauf habe ich mir inzwischen abgeschminkt, das ist trainingsmäßig zumindest für dieses Jahr nicht mehr drin. Aber beim Marathon bin ich dabei. Werde eben alles etwas geruhsamer angehen und mich im hinteren Teil des Starterfeldes vergnügen.
Sieg, 1:0 gegen die Düsseldorfer! Nach diesem Herzkasperspiel der Eisernen schnell wieder nach Hönow zurück, es gibt noch viel zu erledigen. Komischerweise hatte ich heute nie das Gefühl, dass noch etwas schief geht, so wie sonst bei solchen Spielen. Aber Hochspannung bis zum letzten Moment. Der Lohn – die erneute Tabellenführung! So könnte es bleiben!
Leider habe ich das heutige Treffen der Eisernen Staffelläufer verpennt. Man sollte doch öfter mal im Forum vorbei schauen. Aber da ich heute früh zwei Stunden locker gelaufen bin, weiß ich sicher, dass ich zur Marathonstaffel in zwei Wochen meinen Part gut erledigen kann. Also, Becki, Marathoningo und Co: Ich bin dabei!
Noch mehr Freude: Paula Radcliffe, das “Kampfschwein” hat heute erneut den New York City Marathon gewonnen!
Oftmals war auch ein Team aus Hönow am Start oder aber Läufer aus Hönow, die in anderen Mannschaften an diesem traditionsreichen Marathonlauf teilnahmen.
Alljährlich, am dritten Januarwochenende im Berliner Plänterwald: der einzigartige Team-Marathon.
Seit 30 Jahren.
In diesem Herbst kursierten bereits die Meldungen von der Absage.
Viele waren enttäuscht und haben ihre Meinung in diversen Foren und direkt beim SCC kund getan.
31.10.2008Der 31. Team-Marathon findet doch statt: am 17. Januar 2009
Entgegen der Meldung vom 21. Oktober findet der Team-Marathon im Plänterwald nun doch statt. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Amelia Earhart Oberschule und damit die notwendige Infrastruktur nach Intervention des Veranstaltungsleiters und Lauf-Gründers Roland Winkler nun doch zur Verfügung steht. Die Traditionsveranstaltung findet am 17. Januar 2009 statt, Start ist um 11 Uhr.
Ich hoffe, nun werden dann aber auch 100 Teams am Start sein!
Ein herzliches Dankeschön aus Hönow an Roland Winkler!
Und auch gleich der Weckruf an die Marathonläufer aus Hönow: Nix mit Winterschlaf! Rein in die Trainingssachen!
Wieder zurück im herbstlichen Hönow. Diese Reise nach Istanbul mit den vielen einzigartigen Eindrücken und mit dem Eurasia-Marathon über den Bosporus und am Goldenen Horn muss ich erst verarbeiten, die vielen tollen Erlebnisse sacken lassen. Viele Bilder müssen gesichtet und bearbeitet werden. Um dann auch den Freunden aus Oranienburg vom Team Oberhavel zur Verfügung zu stehen. Das dauert sicher noch einige Tage. Aber was ich gleich erledigen kann: Hier und öffentlich nochmals ganz herzlich Danke zu sagen, für die gemeinsamen Tage am Bosporus. Danke auch dafür, dass ich (der ja bis dahin nur Kumpel Fritz kannte) ganz einfach in die Mitte genommen wurde, so selbstverständlich, als wenn ich schon Jahre dabei gewesen wäre, in dieser Laufgemeinschaft. Ganz besonderen herzlichen Dank an Andreas, den Reiseleiter der besonderen Art! Der als neuartiger Kara Ben Nemsi in Erinnerung bleibt. Nicht nur weil er den Mitstreitern ein tolles Programm vorbereitete und dieses mit allen gemeinsam auch durchzog. Nicht nur, weil er, ob seiner besonderen Kenntnis der türkischen Sprache, Kultur, Geschichte und Lebensart, uns immer wieder auch in den unterschiedlichsten Situationen behilflich war. Und weil er ganz einfach für seine Reisenden aus dem Abendlande im Morgenland stets präsent war. Wir werden uns bestimmt bei irgendeinem Lauf wiedersehen. Ich freu mich drauf. Auch auf die anderen OHV-Läufer und Läuferinnen. Und auch, wenn Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassi (wie hier auf der Marathonmesse in Istanbul) nicht dabei ist. Es war schön mit euch! Hat richtig Spaß gemacht! Und eure sportlichen Leistungen in Istanbul, egal ob nun beim 15km-Lauf oder über die Marathondistanz, können sich sehen lassen! Und wenn man dann nach der Landung in Tegel, stolzgeschwellt, mit umgehängter Medaille, auch noch so wieder empfangen wird, das passte alles!
Am Samstagabend begann es zu regnen in Istanbul. Nun gut, was vor dem Lauf runterkommt, kommt nicht während des Laufes runter. Dachte ich. Auch noch am Sonntagmorgen um sieben im Bus zum Start. Auch noch um halb neun beim Umziehen in Asien und kurz vor neun am Start.
Und dann schüttete es! Ich bin ja Läufe im Regen gewohnt. Mag es eigentlich, bei warmen Nieselregen zu laufen. Aber das hier: Als wenn man ständig Gießkannen über den Kopf ausgeschüttet bekommt. Bis zum Ziel. Und hinterher immer noch. In Istanbul wurde zeitweise Katastophenalarm ausgerufen, sahen wir dann abends im TV. Viele Straßenzüge und Unterführungen waren einfach vollgelaufen, die Autos schwammen lustig drin rum.
Während viele Läufer auf den ersten Kilometern versuchten, den Wassermassen noch auszuweichen, war es später eigentlich egal. Es waren sowieso alle nass bis auf die Haut. Also: Augen zu und durch. Die Helfer an den Verpflegungspunkten hatten sich größtenteils auch verkrümelt, stellten aber wenigstens ausreichend Wasserflaschen hin, die man beim vorbeilaufen greifen konnte. So konnte ich also mein Vorhaben, die Streckenhöhepunkte in Bilder festzuhalten, nur teilweise umsetzen, denn die Kamera streikte bei der Feuchtigkeit dann auch. Den Zieleinlauf auf dem römischen Hippodrom, unweit der weltberühmten Hagia Sophia, habe ich gar nicht mehr ins Bild bekommen.
Meine bescheidene Zielzeit von 4:43:09 ist absolut nebensächlich. Während ich anfangs noch ständig anhielt und Fotos schoss, hieß es ab km 30 nur noch: “Bring das jetzt zu Ende”. Nach vier Stunden zeigte sich am Marmarameer sogar einmal ganz kurz die Sonne. Und beim Anstieg zum Ziel schüttete es wieder.
Ach ja, über die weiteren Höhepunkte dieser Reise berichte ich auch noch.
Der Wetterbericht hat für das Wochenende 20 Grad und wechselhafte, teils kräftige Winde vorausgesagt.
Ich bin wieder mit Fotoapparat unterwegs und werde bestimmt demnächst hier berichten.